Rechtsradikale, Touristen und Lebensmittel

Ádám Sonnevend
Ádám Sonnevend

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28. September 2009, 09:08 Uhr

Rostock (tohi) • Den Rostockern Ungarn näher bringen - das war das Ziel des Ungarntags am Sonnabend im Spiegelsaal des Waldemar-Hofes gewesen. "Wir verbreiten Kenntnisse über das Land", sagt Ádám Sonnevend, Vorsitzender der ausrichtenden Deutsch-Ungarischen Gesellschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Er selbst klärte zu Beginn die rund 30 Besucher über die Ergebnisse der Europawahl in seiner Heimat auf. Dabei ging Sonnevend unter anderem auf die Schwäche der Sozialisten und das starke Abschneiden der rechtsextremen Jobbik-Partei ein. Die errang aus dem Stand 14,8 Prozent der Stimmen. "Wie in Deutschland ziehen die Populisten in Problemregionen an", sagt Sonnevend. Und die lägen in seiner Heimat insbesondere da, wo auch viele Zigeuner leben. "Da besteht Explosionsgefahr", sagt Sonnevend.

Weitere Referate thematisierten ungarische Lebensmittelimporte in die Bundesrepublik und die Chancen, deutsche Touristen nach Ungarn zu locken. "Generell geht es uns darum, Probleme und Chancen des Landes darzustellen", sagt Sonnevend. Das macht die Gesellschaft nicht nur durch die zweimal im Jahr veranstalteten Ungarntage, sondern auch mittels anderer Projekte. Zu ihnen zählen Filmtage, Ausstellungen, die Förderung von Schüleraustausch und Sprachkursen. Neuerdings werden auch Freiwillige innerhalb des europäischen Freiwilligendienstes für zehn bis zwölf Monate nach Ungarn vermittelt. "Die ersten beiden gehen im Januar rüber", sagt Sonnevend. Langfristig möchte er auch den umgekehrten Weg etablieren und Ungarn nach Deutschland holen. Als gebürtiger Ungar habe er es leichter, Kontakte dort herzustellen.

Bedauerlich findet der Vorsitzende, dass in Mecklenburg-Vorpommern mit Teterow und Malchin nur zwei Städtepartnerschaften in seine Heimat unterhalten. "Dabei würden wir jede Kommune gerne unterstützen", sagt er.

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