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Lokales

21. Oktober 2017 | 12:30 Uhr

Ratlosigkeit in MV nach Roolfs Debakel

vom

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2011 | 07:31 Uhr

Schwerin | Ist ein beabsichtigter Denkzettel zu groß ausgefallen oder war es eine hinter den Kulissen von langer Hand vorbereitete politische Intrige? Nachdem sie überraschend ihren designierten Spitzenkandidaten Michael Roolf (FDP) demontiert hat, herrschte gestern Ratlosigkeit in Mecklenburg-Vorpommerns FDP.

Bei der Abstimmung über die Spitzenkandidatur erhielt Roolf am Sonntag nur 91 Stimmen. 102 Delegierte stimmten gegen ihn. Gestern versuchten manche Liberale, die Blamage für den kantigen Autohändler aus Wismar als Denkzettel auszulegen. Ja, es habe vorher so eine "schwelende Stimmung" gegen Roolf gegeben, räumten sie ein. Roolf habe die Parteibasis zu wenig gefragt. "Der Denkzettel ist dann aus dem Ruder gelaufen", hieß es gestern. "Das war kein böser Wille, es hat sich so ergeben", lautete eine andere Stimme.

Die Roolf-Anhänger hingegen glauben an keinen Zufall. Eine derart große Ablehnung müsse vorher organisiert gewesen sein, alles andere "geht an der Realität vorbei". Eine offene Gegenkandidatur zu Roolf habe niemand gewagt, um nicht als Königsmörder dazustehen. Genauso wie vor der Wahl, wollte jedoch auch gestern keiner das Visier öffnen. Landeschef Christian Ahrendt stecke hinter der Intrige, heißt es hier. Ein "abgekartetes Spiel, eingetütet von Generalsekretär und Nordvorpommerns Kreischef Hagen Reinhold", vermutete man da.

Offen enttäuscht zeigte sich der Landtagsabgeordnete Rolf Grabow aus Rostock. Der Sozial- und Gesundheitspolitiker der Fraktion schaffte es nicht, erneut auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt zu werden. Er sieht allerdings in der potenziellen neuen Landtagsfraktion niemanden, der seine Themen beackern würde.

Ein anderer Liberaler sagte es drastischer: "Es ging bei der Besetzung der vorderen Listenplätze nur um Köpfe, aber nicht um Inhalte." Das habe dazu geführt, dass die FDP mit dem Thema Bildung Wahlkampf machen wolle, aber keinem ausgewiesenen Bildungspolitiker die Chance gegeben hat, für den Landtag zu kandidieren.

Der Warener Toralf Schnur, der auf Listenplatz 3 gewählt wurde, glaubt hingegen, dass sich die Partei für "mehr klare Kante" entschieden habe, was sich bei den Kandidaten widerspiegele. "Die Basis ist auch gegen die politische Lagerbildung" und gegen eine vorzeitige Festlegung auf eine Zusammenarbeit mit der CDU, so Schnur. gegenüber dieser Zeitung.

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