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Lokales

22. November 2017 | 17:54 Uhr

Rathaus will jünger werden

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erstellt am 07.Jan.2011 | 08:37 Uhr

Rostock | Die Rostocker Stadtverwaltung wird immer älter. Nun will die Stadt dagegensteuern und hat ein Personalmanagementkonzept für die nächsten zehn Jahre entwickelt. Die Bürgerschaft soll darüber im Februar bestimmen. Die Schwerpunkte des von der Verwaltung selbst vorgelegten Konzepts liegen auf der Ausbildung junger Mitarbeiter und auf dem Halten qualifizierter Fachkräfte. Außerdem sollen Weiterbildungen und Gesundheitsförderung die Effekte der überalternden Belegschaft auffangen.

Aus Kostengründen war in der Verwaltung über Jahre hinweg Personal eingespart worden. "Schlankere Strukturen und straffere Abläufe" hieß es stattdessen. Von fast 3400 Mitarbeitern im Jahr 2001 sind mittlerweile nur noch knapp 2100 Angestellte an Bord, davon sind 20 Prozent Beamte. 2020 stehen vor aussichtlich nur noch 1400 Mitarbeiter zur Verfügung. Mit diesen Zahlen ist die Kapazitätsgrenze erreicht: "Ohne sofortige Gegensteuerung können die vorgegebenen Aufgaben nur noch schwerlich bewältigt werden", heißt es in dem aktuellen Bericht. Zu einem der größten Probleme beim Sparprozess ist der Altersdurchschnitt geworden. Der ist dramatisch gestiegen, weil über Jahre auslaufende Stellen nicht neu besetzt wurden, und so kaum junge Mitarbeiter nachrücken konnten.

Mittlerweile sind die Rathaus-Mitarbeiter im Schnitt 48,8 Jahre alt. Die Prognose für 2020 geht von einem Anstieg auf 55 Jahre aus. Bereits jetzt ist ein Viertel der Mitarbeiter älter als 56 Jahre. Im Stadtamt, in den Städtischen Museen, im Hauptamt und Bauamt ist ein Viertel der Belegschaft sogar älter als 57 Jahre. Im Schulamt und im Stadtplanungsamt liegt die Zahl noch höher.

"Nach dem langen Sparen muss nunmehr verstärkt in Ausbildung, Personalmarketing, dessen Bindung und Erhaltung investiert werden", sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) anlässlich des jetzt vorgelegten Personalkonzepts.

Dem Altersproblem abhelfen sollen nun interne Neubesetzungen, Übernahme von Auszubildenden und Anwärtern sowie externe Neueinstellungen. Bis 2020 sollen 664 Azubis und externe Kräfte frischen Wind in die Verwaltung bringen. Bei den 226 vorhandenen Stellen in Führungspositionen müssen 85 neu besetzt werden. Frei werdende Stellen werden zunächst intern ausgeschrieben.

Der Alterungsprozess der Verwaltung soll damit, wenn nicht umgekehrt, so doch wenigstens aufgehalten werden. Laut Prognose solle das Durchschnittsalter im Jahr 2020 auf diese Weise bei 49,1 Jahren liegen. Die besten Effekte verspricht sich die Stadt bei der Volkshochschule, dem Hafenamt und dem Bauamt. Wird die Gegensteuerungsstrategie optimal umgesetzt, könnte Rostock es sogar schaffen, bis 2030 ein optimales Altersgemisch zu erreichen.

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