Rathaus legt Sparbericht vor

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29. Dezember 2010, 06:49 Uhr

Rostock | Die Hansestadt Rostock hat 2010 etwas mehr Geld zurückgelegt, als urprünglich geplant war. Das zeigt ein Zwischenbericht, den die Stadtverwaltung jetzt zum Haushaltssicherungskonzept (Hasiko) vorgelegt hat. Der Sparplan, den die Bürgerschaft im Juni für 2010 bis 2018 beschlossen hatte, sollte allein in diesem Jahr 3,05 Millionen Euro bringen. Das Zwischenergebnis zeigt nun: Die Einsparungen liegen aber voraussichtlich um 25 000 Euro höher.

Den größten Betrag erwartet die Stadt im Bereich Jugend und Soziales. So werden in Erziehungsheimen Einzelfälle häufiger geprüft. Der Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen dort soll so verkürzt werden. Gleichzeitig werden mehr Pflegeeltern gesucht. Das bringt der Stadt für dieses Jahr 1,1 Millionen Euro. In der gleichen Größenordnung bewegen sich die Einsparungen, die durch genauere Analysen und Angebotsvermittlungen in der Jugendhilfe erreicht werden.

Auch bei den Personalkosten spart die Stadt - allerdings nicht ganz so viel wie geplant. 47 000 Euro kommen hier effizientere Organisationsstrukturen zusammen - weniger als die Hälfte vom ursprünglich eingeplanten Betrag. Im Zusammenhang mit den 33 Arbeitsplätzen, die in diesem Jahr in der Verwaltung wegfallen, werden auch Sachkosten gespart - immerhin 60 000 Euro. Allerdings liegt die Stadt auch hier unter ihrer Zielvorgabe.

Weitere Kosten fallen weg durch die Einführung eines Zinsmanagements (voraussichtlich 407 000 Euro), Energiesparen an Schulen (circa 40 000 Euro) und die effizientere Nutzung von städtischen Immobilien. Der Umzug des Denkmalpflegeamtes ins Mönchentor und des Regionalbüros Nord in die Albrecht-Tischbein-Straße bringt etwa 47 000 Euro.

Allerings zeigt der Zwischenbericht auch, dass mit der umstrittenen Reduzierung der Ortsämter bisher keine Mietkosten gepart wurden. Nachsteuern will die Verwaltung nun in Warnemünde: Das ehemalige Ortsamt soll künftig auch vom Stadtamt genutzt werden.

Der Großteil der ins Hasiko aufgenommenen Vorschläge greift allerdings noch nicht. Etliche Prüfaufträge laufen noch, etwa zur Beteiligung von Dritten an der Messe- und Stadthallengesellschaft. Auch die Einrichtung eines Zentralarchivs oder ein neues IT-Managment werden noch geprüft. Noch nicht abgerechnet sind die Effekte, die die Schließung der Bibliothek in der Südstadt gebracht hat. Wie die Verwaltung aber feststellt, sind weitere Schließungen nicht vertretbar.

Der Zwischenbericht zeigt auch, welche Verhandlungen ins Stocken geraten sind: etwa über den Einstieg des Landes beim Flughafen Laage oder die Gründung eines Volkshochschul-Zweckverbandes mit den Landkreisen Güstrow und Bad Doberan. Hier soll nach der Gebietsreform weiter verhandelt werden.

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