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Lokales

18. November 2017 | 00:25 Uhr

"Rat und Tat" braucht selber Hilfe

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jan.2011 | 07:50 Uhr

Rostock | Mangelndes Engagement trotz wachsender Aufgaben: Der Rostocker Verein "Rat und Tat" für Schwule und Lesben klagt über die Tatenlosigkeit seiner Mitglieder. "Es fehlt an Zuarbeit", sagt Vorstandsmitglied Tom Jakob, der einen Schwerpunkt der künftigen Vereinsarbeit darin sieht, die Mitglieder zu aktivieren und begonnene Projekte fortzuführen.

Denn: "Die Arbeit ist noch nicht zu Ende." Auch wenn die Akzeptanz von schwulen und lesbischen Lebensweisen zunehme, erlebten Homosexuelle immer noch gewalttätige Übergriffe oder Beschimpfungen. Außerdem steige die Zahl der HIV-Infektionen derzeit wieder an. Da Aids inzwischen besser behandelbar sei, werde leichtfertiger damit umgegangen. Darum hält Jakob nicht nur die Gleichstellungs-, sondern auch die Aufklärungsarbeit für wichtig. Darunter fällt zum Beispiel das Projekt "Sex and Love", das der Verein an Rostocker Schulen anbietet. In einzelnen Unterrichtsstunden oder an mehreren Projekttagen werden Themen wie HIV und Aids, gleichgeschlechtliche Lebensweisen und Homophobie bearbeitet. Noch ist nicht klar, ob die Hansestadt das Angebot der Freien Jugendhilfe in diesem Jahr weiter fördert. Das soll sich bei einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag entscheiden. Bis dahin hängen die beiden Mitarbeiter in der Luft, verzichten sogar auf ihr Honorar. "Wir wollen, dass dieses Projekt weiterläuft", sagt Berater Henning Witte, der die Schule als den besten Punkt bezeichnet, um mit der Aufklärung zu beginnen.

Aus seinen Sprechzeiten weiß der Rostocker, dass sich Homosexuelle heute oftmals schon als Jugendliche outen. "Mobbing ist ganz groß im Kommen", sagt Witte. Die Leute, die bezüglich HIV und Aids seinen Rat suchten, seien hingegen meist schon etwas älter. Für sie sei die Zeit nach einem Risikokontakt eine der schlimmsten. Daran ändere auch der neue Schnelltest nichts, der innerhalb einer halben Stunde Klarheit bringen soll. Denn genauso wie der Standardtest funktioniere auch er erst vier bis sechs Wochen nach dem Geschlechtsverkehr. Außerdem koste er rund 30 Euro.

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