Rasenmäher unter Wasser in Aktion

<strong>Am </strong><strong>Krautbalken</strong> sammelt sich das Grün, das unter die Sense kam. <fotos>Doris Ritzka</fotos>
Am Krautbalken sammelt sich das Grün, das unter die Sense kam. Doris Ritzka

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29. Juli 2010, 06:32 Uhr

Perleberg | Seit Montag zieht der schwimmende Rasenmäher wieder seine Bahnen auf der Stepenitz im Stadtgebiet. Die tropischen Temperaturen der vergangenen Wochen heizten den Fluss ordentlich auf und ließen ihn mächtig ins Kraut schießen. Stellenweise überzog ein dichter grüner Teppich das Wasser, das man vor Kraut schon nicht mehr sah. "Wie alle Jahre, doch in diesem ist es besonders viel ", fügt Werner Habedank, Bereichsingenieur beim Wasser- und Bodenverband, an. Jener bewirtschaftet im Auftrag des Landesumweltamtes den Fluss.

Rund 20 Kilometer Stepenitz - von der Stadtmühle bis zum Hochwasserrückhaltebecken sowie von den Rieseleiwiesen bis in die Stadt hinein - wurden bis gestern gemäht. "Zum einen gewährleisten wir mit diesen Arbeiten die Vorflut, zum anderen den Hochwasserschutz", erläutert Habedank. Durch die Verkrautung kann das Wasser nicht ungehindert fließen. Im Fall einer Hochwasserwelle könnte es unter Umständen Probleme geben, da das Kraut die Fließgeschwindigkeit bremse.

Bei rund zwölf Meter Sohlbreite der Stepenitz schafft der Unterwassermäher so um die vier Kilometer täglich, überschlägt der Fachmann. Über der Sohle holt die motorgetriebene Sense das Grün vom Stengel. Ein zweites, ein vertikales Mähwerk, durchtrennt die Unmassen von Wasserpflanzen, so dass das Mähboot nicht auf dem grünen Teppich strandet.

Mit der Strömung treibt das Grün dann in Richtung Krautbalken. Ein Kran holt das Schnittgut aus dem Wasser, bugsiert es auf einen Lkw, der es ordnungsgemäß zur Kompostieranlage bringt. Etliche Kubikmeter Kraut kommen da schon zusammen, so Werner Habedank.

Stichwort Krautziehplatz, im vergangenen Jahr wies Elisabeth Topp auf ein latentes Problem hin. Unmittelbar auf der Rückseite ihres Anwesens bezieht der Kran Stellung, um das Grün aus der Stepenitz zu fischen. Die Spuren sind inzwischen unverkennbar. Risse im Beton und eine marode Ufermauer, die unter der Last des Krans nachgibt. "Eine Lösung ist bereits in Arbeit", betont Werner Habedank. Der Krautziehplatz soll als solcher ordentlich hergerichtet werden. Seitens der Stadt und des Landesumweltamtes sei man in der Phase der Planung.

So muss auch dieses Jahr noch mit einem Provisorium, in diesem Fall einer Stahlplatte, die praktisch die Last verteilt, überbrückt werden. Und voraussichtlich steht noch eine zweite Unterwassermahd im September an. "Die Sonneneinstrahlung lässt das Grün wieder schnell nachwachsen", spricht Werner Habedank aus Erfahrung.

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