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Lokales

23. September 2017 | 16:50 Uhr

Radwegebau an der B 104 liegt auf Eis

vom

svz.de von
erstellt am 08.Jun.2010 | 07:47 Uhr

Nesow/Holdorf | Der Bau des Radweges parallel zur Bundesstraße 104 zwischen Nesow und dem Bahnhof Holdorf könnte auf unbestimmte Zeit ein Traum bleiben. So zumindest lautet das Fazit von Holdorfs Bürgermeister Peter Praeger. "Die Verhandlungen über einen Flächentausch gestalten sich schwierig", sagt Praeger. Er moniert die fehlende Bereitschaft zu einem freiwilligen Flächentausch, um den Bürgern der Region ein gefahrloses Radeln zwischen Rehna und Gadebusch zu ermöglichen. Selbst Vor-Ort-Termine mit Vertretern des Straßenbauamtes Schwerin, der Gemeinde Holdorf, dem Bauamt Rehna und Gudrun Krüger als betroffene Landwirtin brachten nicht den erhofften Durchbruch. Der Vorschlag aus Holdorf: Die Gemeinde kauft einen schmalen Streifen - ca. 2 400 Quadratmeter Ackerfläche - von Landwirtin Gudrun Krüger zum Bau des Radweges auf dem Abschnitt Nesow-Holdorf, die Landwirtin erhält im Gegenzug angrenzende Flächen aus der Gemarkung Holdorf und erhält Vorkaufsrecht für weitere 21 000 Quadratmeter Ackerland.

Trotz Angebot bleibt Gudrun Krüger skeptisch. Sie bemängelt den angedachten freiwilligen Landtausch zwischen der Gemeinde Holdorf und ihr. Dabei gehe es aus ihrer Sicht nicht allein um die für sie nicht nachvollziehbaren Formulierungen. "Ich verliere Nutzfläche", sagt Krüger. Seit Jahren habe sie die zum Kauf angebotenen Flächen doch bereits gepachtet. Im Erwerbsfall gewinne sie aus ihrer Sicht nichts hinzu. Das Angebot der Holdorfer sei nachbesserungswürdig.

Angesichts der schwierigen Verhandlungen ist die Stimmung gereizt. Praeger spricht in diesem Zusammenhang von Beschimpfungen, obwohl er als Gemeindeoberhaupt im Sinne der Bürger ein Verfahren beschleunigen wollte. Zudem hätte er mehr Verständnis von Landwirtin Krüger als gewählte Volksvertreterin von Nesow erwartet. Die Folge: "Wir setzen Frau Krüger ein Ultimatum", sagt Prager und verlangt ein Ja oder Nein zum Angebot.

Alternativ sehe er sonst nur noch die Möglichkeit, die Pachtverträge aufzukündigen. Das Ackerland gemäß eines Gemeindebeschlusses meistbietend zu verkaufen. Dem Straßenbauamt Schwerin bleibe in solch einem Fall nur das Einleiten eines Enteignungsverfahrens im Interesse der Öffentlichkeit gegenüber der Landwirtin.

Das Ultimatum endete am vergangenen Freitag um 00.00 Uhr. Knapp 70 Minuten zuvor erreichte die Amtsverwaltung Rehna ein Fax mit einer Absichtserklärung zum Kauf der Flächen von Holdorf. Ungeklärt bleibt dabei, ob der kostenfreie und freiwillige Landtausch aus Sicht von Gudrun Krüger akzeptabel erscheint. Im Amt ist man vorsichtig: "Abwarten", so eine Mitarbeiterin. Man habe jetzt die Verträge per Post überstellt. Gegenüber der SVZ betont Gudrun Krüger: "Ich befürworte den Bau des Radweges. Allerdings möchte ich die vollständigen Planungen einsehen. Alles muss bis ins Detail nachvollziehbar sein." Im übrigen schlage sie vor, dass der vor dem Hintergrund des optimaleren Bodenprofils der Radweg die B 104 quere und auf der Westseite der Trasse verlaufe.

Aus Holdorfer Sicht erscheint das Geschäftsgebaren als eine nicht nachvollziehbare Verzögerungstaktik. "Es geht nicht um Privatinteressen, sondern im Sinne der Bürger etwas zu bewegen", betont Praeger und verweist auf das umfassende Tausch- und Kaufangebot von Holdorf.

Der letzte Termin zur Leistung der Unterschrift ist verstrichen. Bis gestern Abend musste der Landtausch und der Erwerb der Grundflächen mit Holdorf unter Dach und Fach sein. Da die Verhandlungen gescheitert sind, beginnt ein Planfeststellungsverfahren, welches eine Enteignung der notwendigen Flächen beinhaltet - ein für den Steuerzahler teures Verfahren.

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