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Lokales

15. Dezember 2017 | 13:22 Uhr

Radweg mutiert zur Autobahn

vom

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erstellt am 06.Mai.2010 | 11:19 Uhr

Warin/Blankenberg | Zwischen Sternberg und Warin muss der Kundige nicht unbedingt die Bundesstraße benutzen. Wer sich auskennt, kann auch einen zehn Kilometer langen asphaltierten Weg benutzen, der durch ein großes Waldgebiet führt. Das ist nicht verboten, obwohl der Weg eigentlich als Radfernweg gebaut wurde und auf Radtouristen und Wandersleute als Nutzer zielte. Doch die Motorisierten haben es in jüngster Zeit arg übertrieben. Nicht zu einer besinnlichen Fahrt durch den Wald nutzten sie die Straße, sondern als Rennstrecke.

Auch Holztransporte ärgern

Auf der jüngsten Stadtvertretersitzung von Warin brachte nun die SPD-Fraktion einen Antrag ein, wonach eine Geschwindigkeitsbegrenzung zwischen Warin und Klein Görnow auf maximal 50 km/h angestrebt wird. Rosita Deutsch, eine Einwohnerin aus Warin, erklärt stellvertretend für viele andere die Hintergründe: "Es ist eine wunderschöne Fahrradstrecke und eine tolle Natur. Aber um hier mit den Enkelkindern gemeinsam mal Rad zu fahren, ist es viel zu gefährlich. Kommt dann ein schnelles Auto vorbei, was sehr oft passiert, dann besteht die Gefahr, dass man auf dem Randstreifen ausweichen muss, dort auf dem dortigen Sand ausrutscht und hinfällt. Das ist viel zu gefährlich."

Die Wariner Stadtvertreter waren in dieser Frage fraktionsübergreifend einig. Hier soll unbedingt Abhilfe geschaffen werden. Einstimmig beschlossen wurde, mit den anliegenden Gemeinden und der Straßenverkehrsbehörde Kontakt mit dem Ziel der Tempobegrenzung aufzunehmen. Zwar, so wurde in der Diskussion zu Bedenken gegeben, sei dies nur ein erster Schritt. Schließlich könne auch mit Schild weiter gerast werden. Dann, so wurde aber entgegnet, müsse eben von der Polizei auch dieser Weg mal kontrolliert werden.

Und den Anwohnern des innerörtlichen Graupenmühler Weges, in dem der Radfernweg mündet, kann eine Geschwindigkeitsbegrenzung nur lieb sein. Ein Anwohner dieser Straße Jürgen Schmidt berichtete, dass ihn neben den vielen Pkw vor allen Dingen die schweren Holztransporter ärgern, die auf der Straße brettern. "Da vibriert des ganze Haus", so seine Beobachtung. Auch er unterstützt es, wenn Schritte eingeleitet werden, damit die Straße nicht länger zur Rennpiste wird.

Um allerdings in dieser Sache eine Änderung herbeizuführen, muss kreisübergreifend zusammengearbeitet werden, denn der Radfernweg verbindet nicht nur zwei Städte sondern auch den Landkreis Nordwestmecklenburg mit dem Landkreis Parchim. Um eine Teileinziehung der Straße (Geschwindigkeitsbegrenzung) zu erreichen, müssten auch die beteiligten Gemeinden in zwei Amtsbereichen zusammenarbeiten.

In der Gemeinde Blankenberg rennt dieser Beschluss offene Türen ein, denn Bürgermeister Peter David berichtet, dass das Thema bereits im Bauausschuss der Gemeinde beraten wurde. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für diesen Weg wurde empfohlen und soll auf der nächsten Gemeindevertretersitzung beraten werden. "Eine Bürgerin aus meiner Gemeinde, konkret aus Penzin, hat sich jetzt beim Spazierengehen einen Arm gebrochen. Der Grund: Sie musste schnell einem mit hohem Tempo herannahenden Auto ausweichen, sprang zur Seite und fiel dabei unglücklich ins Gebüsch", berichtet der Bürgermeister. Auch seiner Meinung nach sind Radfahrer und Fußgänger auf diesem Weg äußerst gefährdet. Und in seiner Erinnerung ist sogar noch ein viel weitergehender Plan. "Ich glaube, als die Straße in den 90er-Jahren gebaut wurde, gab es Überlegungen, sie mit Pollern vor Pkw und Lkw zu schützen", erinnert sich Peter Davids.

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