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Lokales

11. Dezember 2017 | 11:08 Uhr

Radler im Visier der Polizei

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erstellt am 05.Mai.2010 | 08:12 Uhr

Parchim/Goldberg | Für sechs Radfahrer endete die Tour mit dem Drahtesel in Westmecklenburg im Vorjahr tödlich. Für die Polizei ist dies Anlass genug, um mit Beginn der neuen Fahrrad saison die Pedalritter stärker ins Visier zu nehmen.

Zum Auftakt von massiven Kontrollen, die es im Wonnemonat vielerorts geben wird, rückten die Beamten gestern aber erst einmal zu einer präventiven Aktion nach Goldberg aus. "Wir nutzen einen Projekttag von zwei fünften Klassen der Walter-Husemann-Schule, um mit Kindern den sicheren Umgang mit ihrem Fahrrad im Straßenverkehr zu üben", so Ilka Elert von der Parchimer Polizeiinspektion. Für die Theorie gab es einen Quiz und entsprechende Preise.

Im Verkehrsgarten der Mildenitzstadt ging es dann richtig zur Sache. "Hier gibt es realistische Verkehrsbedingungen und die Sicherheit für das Training", sagt Reinhard Glinka, der als Präventionsbeamter regelmäßig in der Region zwischen Schweriner und Plauer See unterwegs ist. Auf dem Parcours zeigt sich schnell, dass sich bei den jungen Verkehrsteilnehmern viele Fehler im Alltag als Radfahrer eingeschlichen haben.

Da wird das Handzeichen beim Abbiegen vergessen oder aus Unkenntnis die Vorfahrt missachtet: Auch wird das Fahren auf dem Bürgersteig, das für diese Altersgruppe nicht mehr gilt, als selbstverständlich angesehen. "Kinder bis acht Jahre müssen und bis zehn Jahre dürfen auf dem Bürgersteig fahren. Diese Regeln sind selbst Eltern oft nicht geläufig", beklagt Niels Borgmann von der Polizeidirektion Schwerin die Situation, die zu gefährlichen Folgen führen kann.

Da zum sicheren Radeln ein sicherer Drahtesel gehört, wurden die Fahrräder der Goldberger Schüler gleich einer technischen Kontrolle unterzogen. Zudem musssten sich die Teilnehmer in Fragen der eigenen Sicherheit einiges anhören, denn allzu oft fehlt der Schutzhelm. "Für Radfahrer gibt es keine Knautschzone. Verletzungen fallen entsprechend schlimm aus", meint Elert. Auch wenn es offiziell keine Helmpflicht gibt, appelliert er an die jungen Radfahrer, auf Eitelkeiten zu verzichten und stets den Kopfschutz zu tragen. Volker Dahl und Enrico Fuhrmann vom DRK-Kreisverband nutzten den Projekttag, um bei den Fünfklässlern das Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen. Die Goldberger Feuerwehr zeigte ein Einsatzfahrzeug, das bei Unfällen ausrückt. Und wer wollte, konnte sein Rad codieren lassen. Im Rahmen wurden Buchstaben und Nummern eingraviert. Damit wird die eindeutige Zuordnung nach einem Diebstahl möglich.

In den kommenden Wochen, so Dieter Krasemann vom Polizeirevier in Plau am See, werden Kontrollen von Radfahrern flächendeckend durchgeführt. Im Landkreis Parchim ereigneten sich im vergangenen Jahr 96 Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrer beteiligt waren. Gut die Hälfte von ihnen - immerhin 49 - hatten die Unfälle selbst verursacht. 13 Männer, Frauen und Kinder wurden schwer verletzt.

Zur Entspannung der Situation dürften aus Sicht der Polizei auch die Anstrengungen der Kommunen beitragen, das Radwegesystem zu verbessern. Dazu gehören die Fahrradtrassen zwischen Dobbertin und Goldberg sowie zwischen Goldberg und Passow, die im vergangenen Jahr fertiggestellt wurden.

Auf Hochtouren läuft seit Wochen der Neubau eines Fahrradweges an der vielbefahrenen Bundesstraße 321 zwischen Neuhof und der Kreisstadt Parchim. Hier soll es bald freie Fahrt für Radler geben.

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