Radfahrer sollen ihr Geld hier lassen

Touristen bringen Geld in die Stadt. Nach Wittenberge kommen die Fremden vor allem per Fahrrad. Sie sind auf dem Elberadweg unterwegs. Die Stadt gehört nachgewiesener Maßen zu den Übernachtungsorten. Hier kaufen die Pedalritter auch ein. Hat das Auswirkungen auf den Einzelhandel und die Gastronomie?

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24. Juli 2009, 09:11 Uhr

Wittenberge | "Selbstverständlich, denn jeder Besucher bringt ein Stück Kaufkraft", sagt Dr. Silvia Horn von der BBE RETAIL EXPERTS Unternehmensberatung GmbH & Co. KG. Finanziert von der Stadt sowie der Industrie- und Handelskammer und unter großer Zustimmung aus dem Interessenring WIR analysiert das Unternehmen derzeit, wie Gastronomie und Einzelhandel in der Stadt stärker von den touristischen Potenzialen profitieren. "Es geht um sogenannte Synergieeffekte", sagt Dr. Horn. Im Urlaub sind Leute eher bereit Geld auszugeben und sie haben Zeit, zum Bummeln und zum Einkaufen, davon sei grundsätzlich auszugehen.

Kommen Geschäfte und Gastronomen dieser Bereitschaft entgegen, fördern sie sie oder fühlt sich der Tourist hier eher nicht willkommen? Diese Fragen versuchen die Unternehmensberater im Interesse der Hiesigen und auch der Fremden zu klären. "Wir untersuchen dazu derzeit die vorhandenen Einzelhandelsstrukturen unter verschiedenen Gesichtspunkten und schätzen die Entwicklungsmöglichkeiten des Handels ein."

Dass die Kommune bereits seit mehreren Jahren darauf Einfluss nimmt, die Radfahrer mit ihrem Geld nicht einfach an der Stadt vorbei fahren zu lassen, belegt die Tatsache, dass der Elberadweg durch die Bahnstraße und damit durch das Zentrum geführt wird. Mit der Untersuchung, die jetzt läuft, sollen die Verknüpfungen von Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleistung, Tourismus und Kultur aber deutlich intensiviert werden, erklärt Dr. Horn. Seit Anfang Juni sind die Unternehmensberater hier tätig. "Nach Ortsbegehungen, Gesprächen mit Händlern, um Anliegen, Probleme und Bedürfnisse festzustellen, nach der Auswertung beispielsweise des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK) werden wir ein Stärken-Schwächen-Profil erarbeiten", kündigt Dr. Horn an und fährt dann fort: "Erste Ergebnisse werden wir auf einem Workshop im September vorstellen."

Gerd-Rainer Woitke als Vorsitzender des Wittenberger Interessenrings steht der analytischen Untersuchung aufgeschlossen gegenüber, "denn es ist immer günstig, wenn jemand von außen guckt". "Er findet eher Schwachpunkte."

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