Radweg bei Bützow gesperrt : Radeln, wo Autos rasen

Müssen derzeit wohl oder übel die L 14 benutzen: Alexander Zube und Karin Sitz verlassen den Radweg zwischen Bützow und Steinhagen, weil das Teilstück bei der Brücke gesperrt ist. Nadine Schuldt
Müssen derzeit wohl oder übel die L 14 benutzen: Alexander Zube und Karin Sitz verlassen den Radweg zwischen Bützow und Steinhagen, weil das Teilstück bei der Brücke gesperrt ist. Nadine Schuldt

Autos, Busse und Motorräder jagen über die Landesstraße 14 zwischen Bützow und Steinhagen. Doch Karin Sitz und Alexander Zube müssen mit ihren Drahteseln auf der gefährlichen L 14 fahren.

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16. November 2010, 08:03 Uhr

Bützow/Steinhagen | Autos, Busse und Motorräder jagen über die Landesstraße 14 zwischen Bützow und Steinhagen. Doch Karin Sitz und Alexander Zube müssen mit ihren Drahteseln, statt den Radweg auf dieser Strecke nutzen zu können, auf der gefährlichen L 14 fahren. Der Grund: Der Radweg von Bützow nach Steinhagen ist in Höhe der Brücke in beiden Richtungen seit gestern gesperrt. "Durch Überflutungen wurden die Widerlager der Brücke sehr stark unterspült", erläutert Alfred Kohlenberger, Leiter des Straßenbauamtes Güstrow. An einem dieser Stützpfeiler ist sogar ein Ein-Kubikmeter großes Erdstück rausgebrochen. Um Gefahren für Steinhagener sowie Radfahrer beim Überqueren der Brücke auszuschließen, wurde dieser Abschnitt sofort gesperrt.

Wie es zu der Überflutung kam, kann sich Kohlenberger nur bedingt erklären. "Irgendjemand muss wohl einen Baumstamm in der Wasserlauf gelegt haben, so dass das Wasser aufgestaut wurde", sagt Kohlenberger. Nach den starken Regenfällen wird der Pegel so immer weiter gestiegen sein. "Es sind sogar Äste und kleine Zweige im Wasser gewesen", erzählt Karin Sitz, die in Steinhagen lebt. Sie und ihr Ehemann beobachten schon seit dem Frühsommer, dass sich in dem kleinen Bach das Nass anstaute. Auch Alexander Zubeder hat die Stauung des Öfteren bemerkt. "Das Wasser hat bis zur obersten Stufe gereicht", erinnert er sich. Der Siebentklässler findet es schlecht, dass er nun nicht mehr den Radweg benutzen kann. Denn über das Gefahrenpotenzial auf der Straße sind sich beide Radler im Klaren, müssen es aber in Kauf nehmen.

Birgit Samland, Leiterin des Gymnasiums, bemängelt, dass die Schule über die Sperrung der Brücke nicht benachrichtigt wurde. "Es ist eine Frage der Sicherheit für unsere Schüler", sagt Samland. Für die Kinder stelle es besonders in der halbdunklen Jahreszeit ein Risiko dar, auf der vielbefahrenen Straße unterwegs zu sein. Zumal dort die Autos mit einem Tempo von 80 Stundenkilometern fahren, fügt sie hinzu. "Hätten wir gewusst, dass die Brücke gesperrt ist, hätten wir die Schüler informieren beziehungsweise eine Elternmitteilung rausgeben können", sagt Birgit Samland.

Wie lange die Brücke wirklich gesperrt bleibt, weiß auch Alfred Kohlenberger noch nicht. "Ein Prüfstatiker klärt derzeit ab, inwieweit die Standsicherheit beeinträchtigt ist", sagt Kohlenberger. Danach werde entschieden, welche Arbeiten durchgeführt werden müssen, fügt er hinzu.

Das Gymnasium, die Regionale Schule und den Ort Steinhagen will das Straßenbauamt nicht noch einmal extra über die Sperrung informieren. "Wir müssen uns darauf verlassen können, dass die Leute die Straßenverkehrsordnung kennen und vernünftig fahren", sagt Kohlenberger.

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