zur Navigation springen
Lokales

14. Dezember 2017 | 16:16 Uhr

Raben greifen Kälber an

vom

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2010 | 12:24 Uhr

Neubrandenburg/Güstrow | Es ist nicht ganz wie im Hitchcock-Film "Die Vögel", aber gruselig mutet es ebenfalls an, wenn sich große schwarze Kolkraben auf ein frischgeborenes Kälbchen stürzen. Dabei sind es keineswegs Vogeleltern auf Nahrungssuche für ihre Jungen, die Kälber anfallen und auch töten, sondern Jugendbanden. "Das sind Trupps aus 120 bis 150 noch nicht geschlechtsreifen Vögeln, die an Lämmer und Kälber gehen", sagte der Artenschutzexperte beim Landesumweltamt, Christof Herrmann, in Güstrow. Bislang stehen die Vögel unter strengem Schutz, der Bauernverband beklagt jedoch "erhebliche Verluste" durch Kolkraben und fordert eine Jagderlaubnis für bestimmte Zeiten im Jahr.

Gefährdet sind Kälber und Lämmer während oder kurz nach der Geburt. "Dieses Problem gibt es seit vielen Jahren", erläuterte Herrmann. "Daher werden regelmäßig einzelne Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss von Kolkraben erteilt." Voraussetzung sei allerdings, dass der Landwirt sich um seine Herde kümmere und Nachgeburten oder Totgeburten entsorge. Nachgeburten zählen zu den Lieblingsspeisen der Vögel und locken sie an. Jedes Jahr gebe es in MV fünf bis zehn Abschussgenehmigungen Eine solche Erlaubnis diene dabei keinesfalls dazu, die Kolkraben zu dezimieren, sondern nur zur Vergrämung der sehr intelligenten Tiere.

Nach Auskunft des Bauernverbandes gibt es bei frischgeborenen Kälbern, Lämmern und auch Ferkeln in Freilandhaltung "erhebliche Verluste" durch die Vögel. Daher müsse "einer ungezügelten Vermehrung der Kolkraben Einhalt geboten werden", forderte der Pressesprecher Harald Kienscherf. Dazu müsse jedoch der Status der Kolkraben in der europäischen Vogelschutzrichtlinie geändert werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen