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Lokales

26. September 2017 | 12:56 Uhr

Quer über den bestellten Acker zur B5

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2011 | 05:53 Uhr

Perleberg | Viele Wege führen bekanntlich nach Rom - und wenn der Wege zur B5 derzeit eine Baustelle ist, dann geht es eben quer über den Acker. Edwin Grönboldt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Quitzow, ist sichtlich verärgert. Auf den rund sechs Hektar zwischen Reetzer und Sophienstraße haben die Quitzower in diesem Jahr Winterroggen angebaut. Mitten über das Feld haben sich Kraftfahrer nun ihre eigene Baustellen umgehung gebahnt. Darauf hingewiesen, dass sie hier über fremden Grund und Boden fahre, antwortete eine junge Frau dem Geschäftsführer: Das sei ihr egal, sie müsse ihr Kind von der Kita abholen.

Inzwischen versuchte die Agrargenossenschaft mit Sandbarrieren in der Reetzer und Sophienstraße den ungebetenen Ackerfahrern Einhalt zu gebieten. Vergeblich, "die Barrieren werden kurzerhand umfahren und damit noch mehr Schaden angerichtet", so Grönboldt. Einige ganz "Ausgeschlafene" berufen sich auf ein ominöses Wegerecht. Einst führte hier mal ein Trampelpfad von der Reetzer geradewegs zur Sophienstraße, "aber es war nie ein öffentlicher Weg", bestätigt das Ordnungsamt der Stadt. Als die Agrargenossenschaft dieses Fleckchen Acker vor Jahren pachtete, wurde der illegale Pfad umgepflügt, und nun ohne Rücksicht auf Verluste kurzerhand wieder "aktiviert".

"Als Eigentümer bzw. Pächter habe ich das Recht, meinen Grund und Boden zu schützen. Ich kann aber nicht den gesamten Acker einzäunen. Womöglich helfen nur Nagelbretter", so Grönboldt, denn auch Stadt und Polizei heben die Hände. Es sei kein öffentlicher Verkehrsraum und so habe die Stadt auch keine Handhabe, heißt es aus dem Ordnungsamt. Zudem handle es sich hier um fließenden Verkehr und damit könne man nicht eingreifen. Einzige Möglichkeit, der Eigentümer erstatte Anzeige gegen jene, die unberechtigt über sein Grundstück fahren. Das Ordnungsamt machte sich gestern aber selbst auch ein Bild von der Situation und setzte sich mit dem Pächter in Verbindung.

Hier handelt es sich um den Tatbestand des Hausfriedensbruchs mit Sachbeschädigung und um einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung - Nichtbenutzen der Fahrbahn - , so die Pressestelle des Schutzbereiches. Der Eigentümer müsse sich die Kennzeichen notieren und gegen Fahrzeughalter Anzeige erstatten. Unabhängig davon seien die Beamten informiert und werden insbesondere zu der Stoßzeiten, sprich zu Arbeitsbeginn und -ende, hier verstärkt kontrollieren. Zudem werde sich der Revierpolizist mit dem Pächter in Verbindung setzen, um gemeinsam abzuklären, welche Möglichkeiten es gebe.

Dieser zieht jetzt in Erwägung, rund um den Roggenschlag eine tiefe Furche zu ziehen, um so die Überfahrt zu unterbinden, ist von Robert Kazmierczak, zuständig für Verkehr beim Ordnungsamt der Stadt, zu erfahren.

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