Quappe in Stepenitz zurückgekehrt

Die Quappe ist zurück in der Stepenitz. Thomas Bein
Die Quappe ist zurück in der Stepenitz. Thomas Bein

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29. November 2010, 07:29 Uhr

Prignitz | Die Quappe ist zurück in der Stepenitz. Und nicht nur das: Ihre Zahl steigt zur Zeit deutlich. Bei den Probefischungen nach Lachs und Meerforelle dort, wo das Flüsschen Perleberger quert, bestätigte sich die Zunahme dieses Fisches. Dass Lota Lota, so der lateinische Name der Quappe, so zahlreich in die Stepenitz einwandert, ist vor allem auch dem neuen Fischpass in der Staustufe in Geesthacht zu verdanken, so Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei. Diese Fischtreppe sei so großdimensioniert, dass Quappen, Lachse und andere Wanderfische ihn finden und passieren können. Damit haben auch die großen Seequappen wieder die Möglichkeit, über die Elbe in regionale Gewässer einzuwandern. Das war in den letzten Jahren vor allem durch die Staustufe in Geesthacht nicht möglich. "Die Seequappen, die wir dann in ein bis zwei Jahren hier erwarten, sind deutlich größer als die jetzigen mit selten mehr als 40 Zentimeter Länge. Die Seequappen haben Größen bis zu 80 Zentimetern und bringen dabei bis zu 3500 Gramm auf die Waage", erklärt Zahn. Bereits vor Jahren waren diese Seequappen im Winter dicht gedrängt in Geesthacht nachgewiesen worden, doch ihnen blieb der Laichaufstieg verwehrt, der jetzt wieder möglich ist.

Ein weiterer Grund für die Zunahme der Quappen auch in der Stepenitz ist der in diesem Jahr kontinuierlich hohe Wasserstand der Elbe. Denn von dort aus wandern die Fische in die Stepenitz ein, um sich hier zu vermehren. Dabei profitieren sie auch von der Renaturierung der Stepenitz. Denn die Quappen wandern die Stepenitz hinauf bis in die Salmonidenbereiche. "Wir finden die Quappe bereits im Bereich von Wolfshagen, und ich denke, sie wird bis Putlitz aufsteigen", prognostiziert Zahn.

Während andere Fischarten mit sinkenden Temperaturen träge werden, ist es bei der Quappe genau umgekehrt. Den Sommer verbringt sie lethargisch in tiefen Wassern, doch wenn es kälter wird, macht sie sich auf die Laichwanderung. Sie steigt bis in die Oberläufe der Gewässer auf. Hier findet sie die sandigen und kiesigen Untergründe, die sie zur Eiablage benötigt. Bis zu 500 000 Eier kann ein mittleres Weibchen pro Jahr ablegen.

Die Quappe ist die einzige im Süßwasser lebende Dorschart. Während sie sich in jungen Jahren von Krebsen und Würmern ernährten, sind größere Fische dieser Art ausgesprochene Räuber. Sie jagen Kleinfische. Aber auch als Laichräuber ist die Quappe bekannt und vor allem aus diesem Grund wurde ihr viele Jahre nachgestellt und die Population fast ausgerottet. Vor allem im Süden Deutschlands steht die Quappe deshalb unter Schutz. Im benachbarten Sachsen-Anhalt gibt es zumindest eine Schonzeit, in der die Quappe nicht geangelt werden darf, und Fangbegrenzungen. In Brandenburg ist lediglich ein Mindestmaß von 30 Zentimetern gefordert, Schonzeit gibt es keine mehr.

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