Punkterfolg für Golfplatz-Projekt

Noch weiden auf den Wiesen am Ziegelaußensee nur die Schafe. Schon bald könnten dort aber auch Golfer ihre Bälle über das Grün schlagen. Der Wirtschaftsausschuss hat jetzt für Planungssicherheit der Investoren gestimmt. Foto: reinhard klawitter
Noch weiden auf den Wiesen am Ziegelaußensee nur die Schafe. Schon bald könnten dort aber auch Golfer ihre Bälle über das Grün schlagen. Der Wirtschaftsausschuss hat jetzt für Planungssicherheit der Investoren gestimmt. Foto: reinhard klawitter

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25. April 2010, 06:28 Uhr

Schwerin | Ein Golfplatz im Norden der Landeshauptstadt - dieses von verschiedenen Investoren bereits seit Jahren verfolgte Ziel - ist jetzt ein Stück näher gerückt. Denn der städtische Ausschuss für Wirtschaft, Liegenschaften und Tourismus hat sich mit fünf zu drei Stimmen dafür ausgesprochen, der Projektgesellschaft Golfplatz Schwerin die gewünschte, rund 80 Hektar große Fläche "anhand zu geben", wie es behördensprachlich heißt. Eine solche Verpflichtung der Stadt, dass sie das Gelände zwischen Fachhochschule der Bundesagentur für Arbeit, Wickendorfer Straße und Ziegelaußensee für eine bestimmte Zeit keinem anderen Interessenten oder einer anderen Nutzung zuschlägt, haben Projektentwickler Dr. Horst Brandt und weitere Gesellschafter, die die Projektgesellschaft Golfplatz übernehmen wollen, zur Vorbedingungen für weiteren Planungen gemacht.

"Das Abstimmungsergebnis im Wirtschaftsausschuss stimmt mich optimistisch für den weiteren Verlauf der Beratungen", sagt CDU/FDP-Fraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers. Nachdem die SPD nun grundsätzliche Unterstützung für das Golfplatz-Vorhaben signalisiert habe, zeichne sich allmählich eine politische Mehrheit ab. Bis zu einer endgültigen Entscheidung in der Stadtvertretung werde seine Fraktion in den kommenden Wochen auch bei den anderen Fraktionen noch einmal für das Projekt werben.

Habe es 2006 rund 260 000 Übernachtungen von Golf-Sportlern im Bundesland gegeben, seien es 2008 bereits 380 000 gewesen, sagt Ehlers. Schwerin müsse von diesem Aufwärtstrend profitieren. "Für die weitere Entwicklung als Tourismusstadt, aber auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze wäre ein Golfplatz ein sehr wichtiger Baustein."

Auch wenn CDU, FDP und SPD das Golfprojekt theoretisch mit ihren Stimmen auch allein in der Stadtvertretung vorantreiben könnten, muss die CDU/FDP-Fraktion noch einige Überzeugungsarbeit leisten. Denn die SPD besteht darauf, dass der Ziegelaußensee für Besucher zugänglich bleibt und stellt hohe Anforderungen an die Naturverträglichkeit des Projekts, die noch überprüft werden müsse. Die Bündnisgrünen lehnen einen Golfplatz an dem Standort ab, weil sie eins der schönsten Naherholungsgebiete der Stadt gefährdet sehen. Die Unabhängigen Bürger lehnen das Vorhaben ab, da ein Konkurrenzplatz in Schwerin gegenüber der schon jetzt europaweit ausstrahlenden Winston-Golf-Anlage in Vorbeck vermutlich keine Chance hätte. Darüber hinaus sei keinesfalls gesichert, dass der Tourismus durch Golfsportler angekurbelt werde. Denn die Klientel zeige sich nicht besonders interessiert an Ausflügen in die Umgebung einer Golfanlage.
Entwickler Dr. Horst Brandt erklärt, die Bauarbeiten für die geplante 18-Loch-Anlage inklusive Hotel und Restaurant könnten in wenigen Monaten beginnen, sollte die Stadt rechtzeitig grünes Licht geben. Geplant sei kein elitäres, sondern vielmehr ein breitensportliches Angebot.
Bau- und Wirtschaftsdezernent Dr. Wolfram Frieders dorff steht dem Vorhaben offen gegenüber. Er macht aber zur Bedingung, dass die von Graugänsen als Rastgebiet genutzten Wiesen nördlich der Wickendorfer Straße unberührt bleiben. Und, so Friedersdorff: "Ich halte eine 9-Loch-Anlage für ausreichend, damit nicht so viel Natur versiegelt werden muss."

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