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Lokales

18. November 2017 | 20:56 Uhr

Punker pilgern nach Klingendorf

vom

svz.de von
erstellt am 23.Mär.2012 | 11:48 Uhr

Klingendorf | Es ist bunt, es ist alternativ und es ist auch ein bisschen verrückt und durchgeknallt: das Punkerfestival Force Attack, das morgen in Klingendorf startet. "Wir erwarten 8000 Besucher aus ganz Deutschland, ja aus ganz Europa", sagt Organisator Imre Sonnevend. Sogar aus Australien und den USA reisen vereinzelt Gäste an. Die große Dichte an bekannten Bands, die die Party auszeichne, locke sie an. Höhepunkte in diesem Jahr seien zum Beispiel die Auftritte von "The Exploited" (Schottland), "Dritte Wahl" (Rostock) und "Die Kassierer" (Wattenscheid). "Die sind sehr bekannt bei den jungen Leuten aus der Punkszene", sagt Sonnevend. Aber auch junge, regionale Gruppen bekommen bei Force Attack hin und wieder eine Chance. Mit dabei sind am Wochenende beispielsweise "Schrotz" (Rostock) und "Plakativ" (Schwerin). Insgesamt spielen im Laufe der dreitägigen Veranstaltung 45 Bands.

Hohe Sicherheitsstandards und viele Fluchtwege

Markus H., der als einer der ersten auf dem Festivalgelände angekommen ist, freut sich vor allem auf die Auftritte von "Die Kassierer" und "Cor". Die einen machten Partymusik, die anderen gingen eher in die politisch härtere Richtung. "Da kann man mal seinen ganzen Frust rausschreien", sagt der 21-Jährige. Doch zunächst will er auf dem Campingplatz erst einmal sein Zelt aufschlagen, kochen und essen. "In der Nähe vom Eingang und in der Nähe von der Wasserstelle, da ist ein guter Platz", sagt sein Freund Lars H., mit dem er per Bus und Zug von Mannheim nach Klingendorf getourt ist. Die beiden Punker sind Veganer und haben Rucksäcke voll mit Obst, Gemüse und Nudeln dabei. "Was das angeht, sind wir vielleicht nicht die typischen Festivalbesucher", sagt Markus. "Die ernähren sich wohl eher von Ravioli aus der Dose." Während er Force Attack erst zum zweiten Mal besucht, trägt Lars mittlerweile schon fünf Festivalarmbänder um sein Handgelenk. Der 22-Jährige kommt immer wieder, weil er hier viele Leute treffen kann, die er bereits auf anderen Konzerten kennengelernt hat.

Der Großteil der Festivalbesucher reist wie Markus H. und Lars H. schon vor dem offiziellen Beginn am Freitag an, sagt Imre Sonnevend. "Viele genießen einen Extra-Tag an der Ostsee und schauen sich in Ruhe die Verkaufsstände an." Die meisten übernachten auf dem Campingplatz, der zum Festivalgelände gehört. Die 20 Hektar große Fläche, auf der die Punks das Wochenende verbringen, ist mit einem Zaun abgesperrt. "Unser Publikum liebt es unter sich zu sein und ungestört feiern zu können", sagt der Veranstalter. Genauso wie in den Vorjahren seien umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Laut Polizeisprecher Volker Werner gibt es keine Bedenken gegen die Veranstaltung auf freiem Feld mit entsprechend vielen Fluchtmöglichkeiten - zu jeder Zeit in alle Richtungen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz sei vorgesehen, sagt Sonnevend. Das größte Problem bei Force Attack stellt die Brandgefahr dar. "Deshalb herrscht bei uns absolutes Grillverbot", sagt der Veranstalter. Schließlich sollen am Sonntag alle Besucher wieder gesund nach Hause fahren.

Gartenzwerge stehen auch hinterher noch

Mittlerweile scheinen auch die Anwohner, die im vergangenen Jahr noch lautstark protestiert hatten, nichts mehr gegen die Punkerparty zu haben. Von Gegenwind sei nichts zu spüren, sagt Sonnevend. "Die haben gemerkt, dass die Musik kaum zu hören war, dass die Ortschaften sauber geblieben sind und dass die Gartenzwerge in den Vorgärten hinterher noch alle standen." Und einige neugierige Anwohner hätten sich sogar aufs Festivalgelände gewagt, um zu gucken und sich selbst ein Bild zu machen. Denn zu gucken gebe es bei Force Attack jede Menge. Nieten, Aufnäher, Anstecker, Piercings und Tätowierungen sowie verschiedenste Haarfarben und Frisuren - "jeder Punk ist ein Kunstwerk für sich", sagt der Organisator. Manch ein Zaungast habe da bestimmt geglaubt, er sei auf einem anderen Stern gelandet.

Force Attack 2010: Das Programm

  • Freitag, 30. Juli, 13.30 Uhr: Stattmatratzen, 14.15 Uhr: Oxo 86, 15 Uhr: Fetzen, 15.45 Uhr: Cor, 16.30 Uhr: Zusamm-Rottung, 17.15 Uhr: The Porters, 18.15 Uhr: Farben Lehre, 19 Uhr: Towerblocks, 20 Uhr: Dubtari, 20.45 Uhr: Die Kassierer, 21.45 Uhr: Peter Pan Speed Rock, 22.30 Uhr: Die Skeptiker, 23.30 Uhr: Bad Co Project, 0.15 Uhr: Dritte Wahl, 1.15 Uhr: Die Bonkers

  • Sonnabend, 31. Juli, 13.30 Uhr: Plakativ, 14.15 Uhr: Kommando Kap Hoorn, 15 Uhr: Carry All, 15.45 Uhr: 44 Leningrad, 16.30 Uhr: Wisecräcker, 17.15 Uhr: Pöbel und Gesocks, 18.15 Uhr: S.I.K., 19 Uhr: Krawallbrüder, 20 Uhr: Popperklopper, 20.45 Uhr: Lokalmatadore, 21.45 Uhr: OHL, 22.30 Uhr: Discharge, 23.30 Uhr: Talco, 0.15 Uhr: The Exploited, 1.15 Uhr: Skarface

  • Sonntag, 1. August, 13.30 Uhr: Schrotz, 14.15 Uhr: Wilde Zeiten, 15 Uhr: Caféspione, 15.45 Uhr: Kaltfront, 16.30 Uhr: Absturtz, 17.15 Uhr: Berliner Weisse, 18.15 Uhr: Blutiger Osten, 19 Uhr: Crushing Caspars, 20 Uhr: Manos, 20.45 Uhr: Stage Bottles, 21.45 Uhr: Verlorene Jungs, 22.30 Uhr: Oi Polloi, 23.30 Uhr: Bad Nenndorf Boys, 0.15 Uhr: Argies, 1.15 Uhr: Die Wallerts

Die 45 Bands treten abwechselnd auf der Zeltbühne und auf der Hauptbühne auf. Karten gibt es noch an der Abendkasse.


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