zur Navigation springen
Lokales

19. November 2017 | 19:10 Uhr

Pumpen gegen Qualmwasser

vom

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2011 | 07:25 Uhr

Prignitz | Zwar sank das Elbhochwasser bis gestern weit mehr als prognostiziert, betrug am Morgen 6,94 Meter am Pegel Wittenberge, aber nach wie vor herrscht im Landkreis Prignitz Alarmstufe IV. "Es gibt noch keine Entwarnung, die Wasserstände sind nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, wieder im Bereich der Hochwasser von 2202 und 2006, in Lenzen sogar darüber", erklärte der Prignitzer Landrat Hans Lange bei der gestrigen Pressekonferenz des Hochwasserstabes.

Entlastung bringe der gesunkene Wasserstand in der Elbe für die Havel. "Hier können jetzt am Abfluss Gnevsdorf wieder 283 Kubikmeter pro Sekunde in die Elbe fließen, das bringt Entlastung für den Havelberger Raum, so Bodo Schwiegk, Regionalabteilungsleiter des Landesumweltamtes Brandenburg.

Noch keine Entlastung dagegen gibt es in der Lenzener Wische. "Die Löcknitz hat gleichbleibend hohe Pegelstände", so Schwiegk. Doch vor Mittwoch werde das Wehr Wehningen bei Dömitz nicht geöffnet, kann die Löcknitz also nicht in die Elbe abfließen. Um vor allem die Situation im besiedelten Winterpolder zu entschärfen, wo viele Grundstücke von dem hohen Qualmwasser betroffen sind, pumpen Spezialkräfte des Technischen Hilfswerkes aus Berlin und verschiedenen Landesteilen Brandenburgs seit Sonntag mit über 20 Motor- bzw. Tauchpumpen bei Gaarz Wasser in den Sommerpolder ab. Zwei Kubikmeter pro Sekunde werden so geschafft. Sollte das nicht reichen, fordere man weitere Einsatzkräfte des THW an, hieß es gestern. Die Zusammenarbeit mit dem THW klappe gut, habe sich bereits beim Hochwassereinsatz an der Schwarzen Elster bewährt.

Mit dem diesjährigen gesamten Hochwassermanagement in der Lenzener Wische betrete man aber Neuland. "Die gesamte Polderbewirtschaftung wird seit 1974 so zum ersten Mal praktiziert", macht Bernd Lindow vom Hochwasserstab deutlich. Selbst Alteingesessene verfolgten mit Spannung die Entwicklung. Eine große Hilfe vor allem beim Qualmwassermanagement böten die zusätzlichen elektronischen Pegel, die gestern bzw. heute eingemessen werden und dann permanent online die Daten übermitteln.

Mehr Qualmwasser gebe es bei diesem Hochwasser auch an der Elbe im Bereich von Bälow, Rühstädt und Abbendorf. Aber das Karthane-Schöpfwerk habe den Binnenpeil von 3,80 Metern gehalten, unterstreicht Lindow. Ein besonderes Lob hat er für die "sehr gute Arbeit der Wittenberger Feuerwehr am Deich im Bereich Garsedow". Die Kameraden hatten hier in den vergangenen Tagen Sickerstellen verbaut.

Weiter im Einsatz sind auch Kräfte der Bereitschaftspolizei. Gestern lösten 40 neue Polizisten die bisherigen Diensthabenden ab.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen