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Selmsdorfer Bürgermeister bezichtigt Teschower der Unterschlagung : Provinzposse um 16 Feuerwehrhelme

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So etwas hatte es in NWM noch nie gegeben. Ein Bürgermeister, der ein Feuerwehrauto entführt. Über drei Jahre ist die Selmsdorfer Provinzposse inzwischen her. Damals hatte die Gemeinde entschieden...

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erstellt am 15.Jul.2011 | 09:33 Uhr

Selmsdorf | So etwas hatte es in Nordwestmecklenburg noch nie gegeben. Ein Bürgermeister, der ein Feuerwehrauto entführt. Mehr als drei Jahre ist die Selmsdorfer Provinzposse inzwischen her. Damals hatte die Gemeinde entschieden: Die Feuerwehr im Nachbarort Teschow wird aufgelöst. Selmsdorfs Bürgermeister Detlef Hitzigrat (parteilos) ging die Übergabe des Fahrzeuges offenbar nicht schnell genug. In einer Blitzaktion ließ er zunächst das Gerätehaus in Teschow aufbrechen, anschließend fuhr er das Feuerwehrauto höchstpersönlich ins fünf Kilometer entfernte Selmsdorf. Der Streit ist bis heute nicht beigelegt. Denn Bürgermeister Hitzigrat behauptet: "Die Feuerwehrleute haben 16 Helme behalten, ein Schlauchboot und Funkgeräte. Und das geht nicht. Das ist Eigentum der Gemeinde. Deshalb haben sie uns die Dinge auch auszuhändigen. Es kann nicht angehen, dass auf einmal keiner mehr weiß, wo die Sachen geblieben sind." Hitzigrat vermutet, dass die Feuerwehrleute damals nochmal ins Gerätehaus gegangen sind und Schlauchboot und Helme mitgenommen haben.

"Alles Unfug", widerspricht Petra Knoop, die ehemalige Wehrführerin von Teschow. "Wir kamen gar nicht mehr rein ins Gerätehaus, also können wir auch nichts rausgeholt haben." Nach der Blitzaktion des Bürgermeisters soll Hitzigrat selbst veranlasst haben, dass alle Schlösser des Gerätehauses ausgetauscht werden, sagt Knoop. Für sie sind die Vorwürfe des Bürgermeisters deshalb aus der Luft gegriffen: "Ich weiß nicht, wie er darauf kommt. Vielleicht hat er es ja selbst aufgebrochen, um uns nachher etwas anzuhängen." Für Knoop kommt also der Bürgermeister selbst als möglicher Dieb in Frage. Denn Hitzigrat habe - genauso wie Gemeindevertreter und Gemeindemitarbeiter, sagt Knoop - einen Schlüssel für die neuen Schlösser des Gerätehauses gehabt.

Für Selmsdorfs Bürgermeister ein unglaublicher Vorwurf. Er hat inzwischen einen Rechtsanwalt eingeschaltet und jetzt sogar Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt - wegen Unterschlagung zum Nachteil der Gemeinde. Denn Selmsdorf sei durch die fehlenden Helme, die Funkgeräte und das nach wie vor vermisste Schlauchboot ein finanzieller Schaden entstanden - von mehreren tausend Euro.


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