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Lokales

14. Dezember 2017 | 11:21 Uhr

Protest wirkt - Aus für Nazi-Szeneladen

vom

svz.de von
erstellt am 11.Aug.2010 | 11:00 Uhr

Schwerin | Die Betreiber der "Tønsberg"-Boutique in der Lübecker Straße, in dem die bei Neonazis beliebte Kleidermarke "Thor Steinar" verkauft wird, stehen vor dem Aus. Der Vermieter der Privat immobilie unternehme alle zivilrechtlich möglichen Schritte, um das Mietverhältnis rasch zu beenden, teilt die Stadtverwaltung mit. Da sich die "Tønsberg"-Betreiber gegen einen Auszug wehren würden, sei jedoch eine juristische Auseinandersetzung zu erwarten. Zwar sei deren Ende offen, so die Stadt. Allerdings hätten Gerichte in ähnlichen Fällen in anderen Städten zumeist die vom Vermieter ausgesprochene Kündigung des Mietverhältnisses bestätigt.

Daniel Meslien, Vorsitzender der SPD-Stadtfraktion, wertet das angestrebte Ende des Geschäftes als "Etappensieg" der Mahnwachen, die Bürger, Politiker und Gewerkschafter seit Eröffnung des Geschäftes im Mai abgehalten haben. Mit einer Resolution hatten sich die demokratischen Stadtvertreter im Juni einstimmig für ein Ende der "Tønsberg"-Boutique ausgesprochen. "Die Schwerinerinnen und Schweriner wollen in ihrer Stadt keinen Handel mit Textilien, die eine antidemokratische Haltung ausdrücken", hieß es in der Erklärung. Einzig der NPD-Stadtvertreter stimmte gegen diesen fraktionsübergreifenden Antrag.

Heiko Lietz, Sprecher des Bürgerbündnisses für Demokratie und Menschenrechte, kündigt für den 3. September ein politisches Straßenfest in der Lübecker Straße an: "Entweder können wir dann schon das Ende des Geschäftes feiern oder müssen weiter dafür demonstrieren."

Verfassungsschützer stufen die in der "Tønsberg"-Boutique angebotenen Textilien als "identitätsstiftendes Kennzeichen von Rechtsex tremisten" ein. Auch im MV-Landtag ist das Tragen von "Thor Steinar"-Artikeln verboten.

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