Protest gegen die Lkw-Plage

<fettakgl>Als Lauenburger am</fettakgl> 24. Juni demonstrierten waren Neu-Gülzer und Zahrensdorfer dabei.
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Als Lauenburger am 24. Juni demonstrierten waren Neu-Gülzer und Zahrensdorfer dabei.

svz.de von
26. Juli 2010, 06:32 Uhr

Neu Gülze | Ein großes Schild soll die Aufmerksamkeit jener Kraftfahrer erregen, die auf der B 5 von Boizenburg kommend Neu Gülze erreichen. Seine Botschaft bleibt vielen ein Rätsel. Nicht für jene, die gemeint sind, sagt Frank Ahlers. Er hat die Worte verfasst und von einem Bekannten aus Polen auf die Schreibweise hin überprüfen lassen. Schließlich will Ahlers richtig verstanden werden.

"1500 Lkw täglich! Bremst für unsere Kinder", übersetzt er uns seine in großen Lettern aufgeschriebene Forderung. Der polnische Lkw-Fahrer kann persönlich nichts dafür, dass er hier unterwegs ist, aber er kann sehr wohl die Verkehrsregeln einhalten. Der 51-Jährige aus Neu Gülze hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Viel zu oft habe er, wie er sagt, vor seiner Haustür schon beobachten müssen, wie Brummis aus dem polnischen Nachbarland mit geschätzten 70 Sachen durch die Ortschaft donnerten. Dass da noch nichts Schlimmes passiert sei, grenze für ihn fast schon an ein Wunder. Seit beinahe zwei Jahren kämpft er mit an vorderster Front gegen die Verkehrsbelästigung auf der B 5 durch Mautumfahrung.

Diesen Namen gab sich auch eine Initiative, die Gleichgesinnte aus verschiedenen Orten entlang der Bundesstraße vereint und deren stellvertretender Sprecher Ahlers ist. Sollte er ein Resümee ziehen, würde er von Erfolgen in ganz kleinen Schritten sprechen. Denn viel weiter als am Anfang sei man noch nicht. Mutig würden ihn die verschiedenen Aktionen stimmen, mit denen Anlieger der Bundesstraßen auf ihr Problem aufmerksam machen.

Da waren zum Beispiel die Demo in Lauenburg und die Begrüßung der Kreistagsmitglieder, als diese auch über ihr Thema berieten. Mit Verkehrsminister Volker Schlotmann gab es ein Gespräch in Groß Krams, wo Einwohner an ihren Gartenzäunen unmissverständlich zeigten, worum es ihnen geht. Schilder, wie diese, würde sich Ahlers in großer Stückzahl auch in Neu Gülze und Zahrensdorf wünschen. Derzeit ist indes diesbezüglich die Resonanz sehr überschaubar. Die Reaktionen der Politiker waren für die Anwohner bislang alles andere als befriedigend. Ahlers sieht auch bei der von Landrat Rolf Christiansen für einige Ortschaften entlang der B 5 vorgeschlagene Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h keinen Lösungsansatz. Aus seiner Sicht werde so lediglich versucht, die Pendler und anderen Autofahrer, die dann ja auch schleichen müssten, gegen die Initiative aufzuwiegeln. Die Mautumfahrer müssen zurück auf die Autobahn.

Dafür wollen die Neu-Gülzer und Zahrensdorfer Ende August eine Stunde lang auf der B 5 demonstrieren. Den entsprechenden Antrag hat Ahlers beim Landkreis eingereicht.

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