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In riesigen Feldern vermehren sich Wildschweine ungehindert : Probleme mit Mais

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Die Menge der mit Mais angebauten Flächen in MV nimmt stetig zu. Ein Grund dafür ist die Nutzung der Feldfrucht für die Energiegewinnung in Biogasanlagen. Das macht zunehmend den Jägern im Land zu schaffen.

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2011 | 07:09 Uhr

Gadebusch | Die Menge der mit Mais angebauten Flächen in Mecklenburg-Vorpommern nimmt in den vergangenen fünf bis zehn Jahren stetig zu. Ein Grund dafür ist die Nutzung der Feldfrucht für die Energiegewinnung in Biogasanlagen. Im Jahr 2007 waren etwa 110 000 Hektar der landesweiten Ackerflächen mit Mais bepflanzt. Etwa ein Drittel davon wird allein für Biogasanlagen verwendet.

Die Menge und die Größe der Maisäcker macht zunehmend den Jägern im Land zu schaffen. So auch in der Region um Gadebusch. Im vergangenen Jagdjahr wurden im Bereich der Hegegemeinschaft Rot- und Damwild Gadebusch 1924 Wildschweine erlegt, etwa 200 mehr als im Vorjahr. Das Gebiet der Hegegemeinschaft umfasst die Hegeringe Krembz, Rieps, Lüdersdorf, Dragun, Rehna, Renzow sowie Teile der Forstämter Schönberg und Radelübbe. Allein im Hegering Rieps waren es 409 Stücke Schwarzwild, die im vergangenen Jagdjahr erlegt wurden. Man sei dort sehr bemüht, alle Bereiche zu bejagen. Die großen Maisschläge seien aber ein großes Problem, berichtete Ralf Maaß aus dem Hegering. Schneisen oder Blühstreifen in den großen Feldern könnten den Weidmännern die Jagd erleichtern. Das wissen auch die Landwirte, setzen diese Bitte der Jäger aber nur selten um. "Trotz zwei recht harter Winter vermehrt sich das Schwarzwild ungehindert weiter", bestätigte auch Ralf Siewert, der Leiter der Hegegemeinschaft.

Er wies auf einen Rückgang des Raubwildes hin. So wurden im abgelaufenen Jagdjahr 525 (548 waren es im Vorjahr) Füchse und 145 (177) Marderhunde erlegt. Das ist auf verschiedene Krankheiten zurückzuführen, sagte Siewert. So wurden bei Fuchs und Marderhund Staupe und Räude festgestellt. Außerdem sind Füchse häufiger von Fuchsbandwürmern befallen. Diese Krankheiten können auch Hunden gefährlich werden. Daher raten die Jäger Hundebesitzern, auf den Impfschutz ihrer Tiere zu achten.

Aber der krankheitsbedingte Rückgang des Raubwildes hat auch seine Vorteile. So sichteten die Jäger im vergangenen Jahr wieder mehr Fasane und auch die selten gewordenen Hasen treten wieder in größeren Zahlen auf.

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