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Lokales

23. Oktober 2017 | 17:33 Uhr

Proben beweisen: Top-Ostseewasser

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erstellt am 19.Aug.2010 | 07:36 Uhr

Warnemünde | Das Ostseewasser vor der Rostocker Haustür hat seit Jahren eine sehr gute Qualität. Das beweisen Proben, die regelmäßig entnommen werden. Dennoch wird jedes Jahr im Sommer über gefährliche Algen und Quallen in der Ostsee diskutiert, die das Badevergnügen angeblich schmälern. Das ist die Zeit, in der im Rostocker Gesundheitsamt das Telefon viel häufiger als in anderen Monaten klingelt. "Vor allem aus dem Berliner Raum melden sich besorgte Bürger, die vor ihrer Fahrt an die Küste wissen wollen, ob sie überhaupt ein Bad in der Ostsee nehmen dürfen", sagt Elke Schünemann. Sie ist im Rostocker Gesundheitsamt für Umwelt und Hygiene zuständig und freut sich über aktuell sehr gute Ergebnisse der Wasserproben. Die Blaualgen beispielsweise seien ganz normale Bewohner der Ostsee. Nur wenn sie in Massen vorkämen und Teppiche bildeten, dann könne es im Einzelfall für den Menschen unangenehm werden. "Doch obwohl die Wassertemperatur der See noch bei 20 Grad Celsius liegt, ist alles in bester Ordnung", versichert die Sachgebietsleiterin. Sie steigt selbst gern in die Fluten der Ostsee steigt, "weil das in jedem Fall gesund ist".

Solch ein Bad nimmt die Rostockerin jedoch nicht nur privat, sondern an ausgewählten Terminen muss sie ab April auch dienstlich ins dann oftmals noch sehr kühle Nass, um Wasserproben zu entnehmen. Das schreiben eine EU-Richtlinie zum Schutz der Badegewässer sowie eine Landesverordnung vor. Musste das Prozedere in den vergangenen Jahren 14-tägig erfolgen, sind jetzt vierwöchige Abstände vorgesehen. "Wir haben im Amt bereits im April einen Plan erarbeitet und die Daten so festgelegt, dass wir einen guten Querschnitt erreichen. Zwischen Mai und September sollen wir mindestens vier mal im Einsatz sein, wo wir bis zu acht Proben an vier Stellen im Warnemünder und an weiteren vier im Bereich Markgrafenheid ziehen", sagt die Umweltwissenschaftlerin. Sie lässt das Wasser exakt 30 Zentimeter unter der Oberfläche in eine sterile Flasche laufen, verschließt diese, kühlt sie und gibt sie im Labor des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in Rostock zur Überprüfung ab. Dort wird die Probe unter anderem auf Darmkeime untersucht, die durch Verunreinigung ins Wasser gelangen können.

"Dabei gibt es gesetzlich festgelegte Richt- und Grenzwerte. Werden letztere überschritten, dann wird ein Badeverbot ausgesprochen", sagt sie. An den Rostocker Stränden war das noch niemals in den vergangenen 20 Jahren erforderlich. Wenn tatsächlich mit dem Meer etwas nicht in Ordnung wäre, würden verschiedene Institutionen und Einrichtungen Alarm schlagen, so Schünemann. Bei der Entnahme der Wasserproben misst sie mit einer weißen Porzellanscheibe auch die Sichttiefe der Ostsee. "Der Grenzwert liegt bei einem Meter. Je nährstoffhaltiger das Wasser ist, desto geringer können wir in die Tiefe schauen", erklärt die Hygieneingenieurin.

Zudem nimmt sie während ihrer dienstlichen Ausflüge den Strand generell ins Visier, hält nach Ablagerungen von Algen, nach größeren Verunreinigungen durch Müll, nach dem Aussehen des Spülschaumes und nach ungewöhnlichen Vorkommnissen Ausschau. "Wenn mal Algen am Strand zu sehen sind, dann können diese beräumt werden. Im Wasser geht das nicht, da müssen wir einfach abwarten, zumal sich in der Ostsee die Situation sehr schnell von einem Tag auf den anderen verändern kann", so Schünemann.

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