Prinzenpaar verzaubert Rostock

Am Strand: Den Blick auf die See lässt sich  Frederik (M.) in Begleitung von Erwin Sellering (r.) und Roland Methling (l.) nicht entgehen.
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Am Strand: Den Blick auf die See lässt sich Frederik (M.) in Begleitung von Erwin Sellering (r.) und Roland Methling (l.) nicht entgehen.

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28. September 2010, 09:23 Uhr

Rostock | Sie sind ein echtes Prinzenpaar - aber Kronen tragen sie nicht. Das haben Antonia (4) und Julia (6) sofort bemerkt, als sie gestern vor der Rostocker Hochschule für Musik und Theater (HMT) das Kronprinzenpaar Frederik und Mary von Dänemark begrüßten. Während ihrer Rundreise durch Mecklenburg-Vorpommern legten sie gestern einen Zwischenstopp in Rostock ein. Auf ihrem Plan stand die HMT, gefolgt vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde und der Universitätskinderklinik.

In einer schwarzen Limousine und mit einer umfangreichen Polizeieskorte traf Kronprinz Frederik mit seiner australischen Gattin Mary pünktlich in der Östlichen Altstadt ein. Empfangen wurden sie von unzähligen neugierigen Rostockern und den Kindern der Kita "Fischbank". Die kleinen begrüßten das Paar mit einem Ständchen, woraufhin sich der dänische Thronfolger mit einem charmanten "Dankeschön" bei ihnen verabschiedete. "Zum ersten Mal haben wir eine richtige Prinzessin gesehen", sagt Antonia. Ihre Freundin Julia kennt Mary sonst nur aus dem Fernsehen. Ganz volksnah gab sich die Kronprinzessin und genoss es, den Steppkes mit einem Händeschütteln ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Über historischen Klosterbau informiert

In den Hallen des denkmalgeschützten Katharinenstifts hieß HMT-Rektor Prof. Christfried Göckeritz den hohen Besuch willkommen. Er informierte das königliche Paar über das historische Klostergebäude und das Ausbildungsangebot der Musikhochschule. Nach dem Besuch einer musikalischen Kindervorstellung für Rostocker Schüler verabschiedete sich das Prinzenpaar mit einem zarten Kuss voneinander.

Während Frederik sich in dem Warnemünder Institut über mögliche Folgen des Klimawandels erkundigte, stattete Mary der onkologischen Station der Kinderklinik einen Besuch ab, deren acht Betten derzeit voll belegt sind. "Ich habe ihr erklärt, dass die meisten der an Krebs erkrankten Kinder wieder gesund werden", sagt Dr. Carl-Friedrich Classen. Sie selbst ist Mutter zweier Kinder und derzeit mit Zwillingen schwanger. Der siebenjährigen Corinna erzählte Mary, dass sie als Prinzessin nur wenig Freizeit habe, es ihr aber nichts ausmache, nur selten eine Krone und Ballkleider tragen zu können. Von der familiären Atmosphäre auf der Station war sie überrascht. "Ich finde es schön, dass die Eltern so stark mit einbezogen und die Kinder dadurch abgelenkt werden", sagt sie.

Sie habe eine charmante und wunderbare Persönlichkeit, schwärmt Oberarzt Classen: "Und sie hat sich locker und freundlich mit den Kindern unterhalten." Mit ihrem Besuch brachte die royale Gattin Abwechslung in den Krankenhausalltag und machte den Krebspatienten Mut. "Sie gibt ihnen das Gefühl, dass es Menschen gibt, die hinter ihnen stehen", findet Classen.

Zur selben Zeit sorgte Thronfolger Frederik von Dänemark im Warnemünder Institut für aufsehen. Bei einem Rundgang durch die Labore informierte er sich über die Beeinflussung der Fischpopulation durch Salzwasser-Einbrüche in Binnenmeere. In Gesprächen mit Biologen und Chemikern erhielt er einen Einblick in die möglichen Folgen des Klimawandels in der Region.

Neuen Blick auf die Umwelt gewonnen

Bei den Einbrüchen dringe Salzwassser aus der Nordsee in die Ostsee. Weniger salzhaltiges Wasser fließe in die 30 Meter tiefen "dänischen Straßen" am Kattegat zurück, so der Physiker und Ozeanograph Rainer Feistel. "Bis vor etwa 30 Jahren gab es diesen Austausch nahezu jährlich", sagt er. Grund für die Steigerung des Gehaltes in der Ostsee seien die plötzlichen Umschläge von Ost- auf Westwinde. Normalerweise müssten sie mindestens zehn Tage andauern. Dabei können bis zu 400 Kubikkilometer Wasser und zwei Milliarden Tonnen Salz ausgetauscht werden. Erstaunt über diese Zahlen und mit einem neuen Blick auf die Umwelt, setzte der Kopenhagener seine Reise fort. Wieder vereint mit seiner Frau Mary, ging es für die beiden noch gestern Nachmittag nach Güstrow, wo sie dem Dom einen Besuch abstatteten. Mit einem Rundgang im Güstrower Schloss beendete das royale Prinzenpaar seine Reise durch das Land.

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