Prignitzer Wirtschaft will zügigen A 14-Bau

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26. Mai 2011, 07:36 Uhr

Prignitz | Als keine gute Nachricht bezeichnet die Wirtschaftsfördergesellschaft Prignitz (WFG) die Verzögerungen beim Bau der A 14. Für den Abschnitt Wittenberge-Karstädt können die Planer keinen Termin benennen, da laut Bundesverkehrsministerium aktuell eine andere Trassenführung untersucht werden muss (wir berichten gestern). Keinesfalls sei mit einem Baubeginn vor 2015 zu rechnen.

"Die Wirtschaft braucht aber dringend die Autobahn", sagt WFG-Geschäftsführer Uwe Büttner. Das würden sämtliche Befragungen belegen. Richtung Hamburg und hinunter nach Magdeburg zur A 2 sei sie unverzichtbar: "Dort sind die Wirtschaftsadern, die müssen gut erreichbar sein", so Büttner.

Positiv wertet er aber die Signale, dass die Bundesregierung am Bau generell festhalte. Die am Mittwoch abgewiesene Klage eines Tongrubenbesitzers bei Magdeburg bringe den dortigen Baubeginn ein gutes Stück näher. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) nennt gar den kommenden Herbst als möglichen Zeitpunkt.

Für den Abschnitt Karstädt-Groß Warnow rechnet das Brandenburger Verkehrsministerium mit einem Baustart noch im Laufe der EU-Förderperiode bis 2014. "Damit hätten wir im Norden und Süden Teilstücke, die die Anbindung schon mal verbessern", meint Büttner. Eine dauerhafte Lücke bei Wittenberge halte er für nicht akzeptabel. Perspektivisch müsse eine Autobahntrasse durchgängig befahrbar sein.

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann erreichte die Nachricht, dass mit dem Baubeginn im Bereich zwischen B 195 und der Anschlussstelle Karstädt nicht vor 2015 zu rechnen ist, an seinem Urlaubsort. "Jede Verzögerung des Autobahnbaus aufgrund naturschutzrechtlicher Dinge ist nicht gut für Wittenberge", positionierte er sich gegenüber unserer Zeitung. Wichtig sei aber, dass es offenbar auf einem brandenburgischen Abschnitt losgehen kann. Das Stadtoberhaupt bezieht sich damit auf die Aussage des Verkehrsministeriums (der "Prignitzer" berichtete gestern) , dass statt des Wittenbergers der Abschnitt Karstädt-Groß Warnow bis zur Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern in die EU-Förderung bis 2014 rutsche. Für diesen Bereich werde rechtzeitig Baurecht erwartet.

Für Verzögerungstaktik nicht nur seitens des BUND, sondern auch der Landesregierung hält Horst Niemeyer die derzeit ins Auge gefassten Trassenveränderungen. Niemeyer ist Sprecher der Priba 14, die sich vehement gemeinsam mit anderen Initiativen für die Verlängerung der Autobahn ab Magdeburg einsetzt. Laut Niemeyer müsse das Land Planungskosten übernehmen bzw. in Vorleistung gehen. "Man weiß aber, wie knapp bei Kasse Brandenburg ist." Niemeyer befürchtet, dass "die Prignitz als letzte ihren Autobahnabschnitt erhält, obwohl die Prignitz ihn doch so dringend benötig".

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