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Lokales

12. Dezember 2017 | 13:16 Uhr

Prignitzer Schulen müssen zittern

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erstellt am 28.Mai.2010 | 08:45 Uhr

Prignitz | Das Schulsterben in der Prignitz ist noch nicht beendet. Das offenbart der aktualisierte und in dieser Woche dem Kreisausschuss vorgestellte Schulentwicklungsplan bis 2012. Während die Abgeordneten ihnen lediglich zur Kenntnis nahmen, gab es kürzlich im Schulausschuss eine Diskussion dazu.

Wer bisher annahm, dass die jetzige Schullandschaft beibehalten wird, irrt: "Das Papier sagt etwas anderes aus", so der CDU-Kreistagsabgeordnete Rainer Pickert. Vor allem Grundschulen dürften in absehbarer Zeit um ihre Existenz bangen, interpretieren die Abgeordneten die vorliegenden Zahlen.

Die Schülerzahl wird weiter sinken. Aktuell besuchen 6436 Kinder eine Schule im Landkreis. Im vorherigen Schuljahr waren es noch 6637 und im Jahr 2007/08 gar noch 7019. Während die Schullandschaft nach der sechsten Klasse bereits ausgedünnt ist, derzeit gibt es nur sieben weiter führende Einrichtungen, ist das Netz mit 18 Grundschulen noch relativ engmaschig. Doch sie werden den Rückgang der Kinder besonders heftig zu spüren bekommen. Vorbei sind die Zeiten, dass mehr als 600 Kinder eingeschult wurden. Derzeit gibt es 558 Erstklässler. Zwar steige ihre Zahl laut Plan im kommenden Schuljahr nochmals auf 582 an, aber nur um danach konstant abzufallen. 2014/15 wird mit 542 Kindern gerechnet, darauf nur noch mit 491.

"Geschätzte Zahlen", so Barbara Nieß im Ausschuss als Vertreterin der Kreisverwaltung. Wegzug könnte die tatsächlichen Zahlen nochmals sinken lassen. Und auch Umzüge innerhalb der Prignitz hätten teilweise erhebliche Auswirkungen auf Grundschulen. Zu- oder Wegzug einer Familie mit zwei Kindern könne entscheidend für die Eröffnung einer Klasse sein.

Zahlen belegen, wie schwach einige Klassen an Grundschulen besetzt sind. Beispiel Berge: Fürs nächste Schuljahr wird nur mit vier Einschulungen gerechnet, in den Jahren darauf mit zwölf, sieben, dreizehn und neun Erstklässlern. Im Entwicklungsplan heißt es: "Der Grundschulstandort ist auf Grund der voraussichtlich unzureichenden Anzahl von Einschulungen gefährdet".

Dauerhaft werde die Mindestanzahl von 20 Einschülern unterschritten, Genehmigungen durch das Staatliche Schulamt Perleberg sind notwendig. "Bei einem weiteren Rückgang der Schülerzahlen wird eine Schließung der Schule unvermeidlich", lautet das Fazit im Plan. Darüber hinaus werden Schulen mit dem Status "bedingt gesicherter Grundschulstandort" geführt: Breese, Lanz, Lenzen, Kleinow, Groß Warnow. Alle weiteren Standorte gelten im Planungszeitraum bis 2012 als gesichert.

Der Schulausschuss regte an, rechtzeitig Schülerströme zu beobachten. Insbesondere bei nah beieinander liegenden Grundschulen müsse perspektivisch entsprechend den tatsächlichen Schülerzahlen ernsthaft über den Fortbestand von Standorten nachgedacht werden. Als Träger müssten die Kommunen über eine Schließung entscheiden. Über die Eröffnung von Klassen entscheidet aber das Staatliche Schulamt Perleberg.

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