Prignitzer Raser sind chancenlos

<strong>Raser im Visier:</strong> Polizeihauptkommissar Peter Schröder setzt deutlich verbesserte Blitzertechnik ein.<foto>hanno taufenbach</foto>
Raser im Visier: Polizeihauptkommissar Peter Schröder setzt deutlich verbesserte Blitzertechnik ein.hanno taufenbach

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06. Juli 2010, 08:54 Uhr

Prignitz | Raser dürften ab sofort in der Prignitz kaum noch eine Chance haben, der Polizei zu entwischen. Grund ist neue Blitzertechnik, die gestern Polizeihauptkommissar Peter Schröder vorstellte. Erschreckend für Raser die technischen Details: Die Kamera kann bis zu zwölf Meter vom Straßenrand entfernt stehen, bisher maximal 3,50 Meter. Das dazugehörende Auto, ein grauer VW-Bus, bis zu 150 Meter entfernt.

"In den ersten zwei Wochen haben wir 1000 Bilder gemacht", so Schröder, der seit acht Jahren den Prignitzer Verkehrsdienst leitet. Die Qualität der Bilder sei deutlich besser, als bei der bisherigen Technik. Ein Grund dafür sei die sehr hohe Auflösung: Die Kamera leistet acht Millionen Megapixel. Zweiter Grund ist eine verbesserte Blendentechnik, die deutlich mehr Schärfentiefe erziele.

Das gesamte Set besteht aus drei Kameras, zwei davon sind im Gerät, eine dritte steht etwa 35 Meter entfernt. Gemessen und geblitzt werde in beide Fahrtrichtungen, die dritte Kamera liefert das notwendige Foto für Fahrzeuge im Gegenverkehr. "Damit erwischen wir auch Motorradfahrer." Selbst Gesichter ließen hinter dem Helmvisier ließen sich mittlerweile kenntlich machen.

Noch eine weiteres Schlupfloch schließt die neue Ausrüstung: Bisher konnten Fahrer davon ausgehen, dass sie im direkten Windschatten eines Fahrzeuges nicht geblitzt wurden. Die Aufladezeit der Kamera war dafür zu lang. "Jetzt machen wir Bilder im Abstand von 0,2 Sekunden", sagt Schröder.

Das System arbeitet kabellos, überträgt die Bilder direkt auf einen Laptop, der in dem VW steht. Laser erfassen die Autos etwa in 25 Meter Entfernung, mehrere Messungen werden durchgeführt, bevor das Foto entsteht. "Wir können zwei zulässige Geschwindigkeiten programmieren, so dass wir zeitgleich Pkw und Lkw überwachen", erklärt Peter Schröder. Das System könne die Fahrzeuge entsprechend ihrer Größe richtig einordnen.

Bei guter Witterung lasse die Prignitzer Polizei meistens einen Spielraum von 10 km/h, sagt Schröder. Eine Gewähr darauf gebe es natürlich nicht. Geahndet werden aber auch Verstöße gegen das Handyverbot und die Anschnallpflicht. "Beides ist auf den Bildern sehr gut zu erkennen." Aber Peter Schröder weiß die Rettung: "Wer sich an die Regeln hält, bekommt kein Foto, muss nicht bezahlen."

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