zur Navigation springen
Lokales

24. Oktober 2017 | 13:35 Uhr

Prignitzer OK für Strompreiserhöhung

vom

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2010 | 07:14 Uhr

Prignitz | Bis Ende März 2011 hatte der Regionalversorger Wemag 2009 seinen rund 150 000 Stromkunden eine Garantie auf den Strompreis gegeben. Diese Zusage werde auch gehalten, so Wemag-Vorstand Caspar Baumgart, doch danach müssten die Kunden mit höheren Preisen rechnen. Grund sei die deutliche Steigerung der vom Bund geforderten Umlage für erneuerbare Energien.

Anteilseigener der Wemag sind zu 74,5 Prozent 200 Mecklenburger und Prignitzer Kommunen. Sie kauften 2009 für 172 Millionen Euro dem Vattenfall-Konzern die Anteile ab, gründeten den Zweckverband der kommunalen Anteilseigner der Wemag. Der Groß Pankower Bürgermeister Thomas Brandt ist sowohl Mitglied im Aufsichtsrat der Wemag als auch 2. Stellvertreter des Verbandsvorstehers des Zweckverbandes. Auch er sieht wie der Wemag-Vorstand keinen anderen Ausweg als Preiserhöhungen, wie er dem "Prignitzer" auf Nachfrage erklärte. "Es ist politisch gewollt, den Anteil an erneuerbaren Energien weiter zu erhöhen, damit werden sich zwangsläufig die Strompreise erhöhen", betont er mit Verweis auf das Bundesgetz über die erneu erbaren Energien und die damit verbundene zu zahlende Umlage.

Die im Zweckverband zusammengeschlossenen 200 Kommunen hätten zwar keinen Einfluss auf die Preisgestaltung, seien aber gehalten, die Wemag wirtschaftlich zu führen. "Wir haben einen Kommunalkredit aufgenommen, um die 172 Millionen Euro für den Kauf der Anteilsaktien aufzubringen. Mit der Dividende aus diesen Aktien bedienen wir den Kredit. Wir müssen also alles daran setzen, dass der Regionalversorger Gewinne erzielt", so Brandt.

Die Kunden wird das nicht freuen, vermutlich auch nicht alle Gemeindevertreter der Prignitzer Kommunen, die sich in diesem Jahr für die Wemag entschieden, als es um die Neuvergabe des Wegerechtes für Energieversorger ging. Dieses Recht garantiert für die nächsten 20 Jahre das Verlegen von Versorgungsleitungen unter Straßen und Wegen. Die Gemeinden erhalten dafür eine Konzessionsabgabe. Zu den Prignitzer Gemeinden, die zwischen bislang zwei Energieversorgern, nämlich der Wemag und Eon-Edis , zu entscheiden hatten, gehörte auch Groß Pankow (Prignitz). Deren Gemeindevertreter gaben der Wemag den Zuschlag, weil man in der Anteilseignerschaft eine Garantie sieht, dass die Wemag nicht gegen kommunale Interessen agieren könne. Zu diesen Interessen dürfte so mancher aber auch die der Kunden, also vieler Einwohner der Gemeinde zählen.

Brandt stellt klar, dass Preiserhöhungen immer schmerzlich seien und für Diskussionen sorgten. Doch er ist davon überzeugt, dass die Wemag mit dieser Ankündigung nicht allein da stehe, sondern auch Eon-Edis von höheren Umlagen für erneuerbare Energien betroffen sei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen