Prignitzer Linke beenden Zwist

Thomas Domres
Thomas Domres

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07. Dezember 2009, 10:10 Uhr

Prignitz | Mit 92,6 Prozent erzielte Thomas Domres (Linke) am Sonnabend ein Traumergebnis bei seiner Wiederwahl zum Prignitzer Kreisvorsitzenden. Ein Ergebnis, dass zumindest für einen Augenblick die Stasidebatte in seiner Landtagsfraktion und kreisinterne Tumulte im Zusammenhang mit der Wiederwahl des Landrates Hans Lange (CDU) vergessen ließen. Die Diskussion zeigte jedoch, dass beide Themen die Gemüter der Genossen aufwühlen.

Scharf kritisierte Domres das Fehlverhalten seiner Fraktionsmitglieder Renate Adolph und Dr. Gerd-Rüdiger Hoffmann. Beide hatten ihre Stasi-Mitarbeit verschwiegen, damit gegen den eigenen Parteibeschluss von 1991 gehandelt, der für Mandatsträger eine Offenlegung fordert. Schmeichelnde Worte hingegen in Richtung SPD: "Was die SPD an Problemen geschluckt hat zeigt, dass sie zur Koalition steht. Wir müssen ein Stück Dankbarkeit zeigen."

"Blauäugig oder unehrlich", stellte der Wittenberger Günther Rodegast eine Frage in den Raum. Wurde im Vorfeld wirklich alles gemacht, energisch genug nachgefragt, um solches Fehlverhalten zu verhindern, wollte er wissen. Zugleich griff er CDU und FDP an, sprach von "Inquisition" und von Verallgemeinerung: "Stasi steht für Verbrechen, wer mit ihr zusammen arbeitete, ist ein moralischer Lump. Beim Thema Stasi hört die christliche Nächstenliebe auf", warf Rodegast den Parteien vor.

Bernd Polte zeigte sich schlichtweg enttäuscht von den Linken in Potsdam und fürchtet, dass die Partei mit dieser Last im Gepäck zum Spielball der SPD werde. "Wir sind zum Schoßhündchen der SPD geworden", so Polte.

Fast ausgestanden sind offenbar die monatelangen parteiinternen Querelen im Zusammenhang mit der Wiederwahl Hans Langes. Gab es im späten Frühjahr auf einer Mitgliederversammlung brei ten Gegenwind für die Kreistagsfraktion, scheinen die Wogen geglättet zu sein. Zumindest ist der selbst von Domres zwischenzeitlich befürchtete Bruch innerhalb des Kreisverbandes abgewendet, was sich in den Wahlergebnissen zeigt.

Einzelne Abgeordnete sind aber nach wie vor enttäuscht von der Kreistagsfraktion und von Domres. Der Pritz walker Ulrich Wiesenthal sprach gar von einem "Wahlbetrug" und von "Kungelei". Domres habe erst versprochen, Lange nicht erneut zu unterstützen, dann aber sein Wort gebrochen. Wiesenthal ging noch einen Schritt weiter wenn er sagte: "Die indirekte Androhung eines Parteiverfahrens hat mich tief betroffen."

Thomas Domres kündigte an, "die Einigkeit im Kreisverband wieder herzustellen" und die Kommunikation zu verbessern. Die habe bedingt durch die langen und intensive Wahlkämpfe gelitten.

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