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Lokales

11. Dezember 2017 | 18:18 Uhr

Prignitzer Fahrzeuge alt und schmutzig

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svz.de von
erstellt am 03.Jun.2011 | 07:55 Uhr

Prignitz | Es stinkt gewaltig aus den Auspuffrohren der Prignitzer Fahrzeuge. 44 322 Pkw waren hier zum 1. Januar 2011 angemeldet, knapp 35 Prozent davon erfüllten lediglich die Abgasnormen Euro 1 und Euro 2. Letztere dürfen, sofern sie mit Benzin betrieben werden, 2200 Milligramm Kohlenmonooxid (CO) und 500 Milligramm Kohlenwasserstoffe und Stickoxide (HC+NO2) ausstoßen. Für Euro 2-Diesel gelten pro Kilometer 1000 Milligramm CO und 900 Milligramm Kohlenwasserstoffe und Stickoxide. Ein klassisches Beispiel für diese Abgasnorm ist der Golf III.

Insgesamt liegt die Prignitz mit ihrem Fahrzeugbestand nach Abgasnormen nahe am Landesdurchschnitt. Euro 3 haben 8160 Fahrzeuge (18,4 Prozent/Land 18,6 Prozent), mit Euro 4 sind 18 160 Autos (41 Prozent/Land 41,5 Prozent) unterwegs.

Die seit dem 1. September 2009 gültige und damit für alle aktuellen Fahrzeuge obligatorische Euro 5-Norm schreibt deutlich geringere Emissionen vor, konkret maximal 1000 Milligramm CO und 60 Milligramm HC+NO2 bei Benzinern beziehungsweise 500 Milligramm CO sowie 230 Milligramm Kohlenwasserstoffe und Stickoxide bei Dieseln. In der Prignitz fallen darunter 1893 Fahrzeuge oder 4,3 Prozent des Bestandes, im Land sind es 4,9 Prozent.

Während die ab September 2014 in Kraft tretende Euro 6-Norm bislang erst drei Fahrzeuge im Kreis erfüllen, fielen 205 Pkw in gar keine Norm. Dabei handelt es sich laut Kraftfahrtbundesamt vorwiegend um Oldtimer.

"Insgesamt stellen wir fest, dass der Fahrzeugbestand in ganz Deutschland immer älter wird", sagt Stephan Elsner, Sprecher des Kraftfahrtbundesamtes. "Derzeit beträgt das Durchschnittsalter der Pkw in Brandenburg 8,7 Jahre, 2009 waren es noch 8,6 Jahre. Lediglich 2010 gab es durch die Abwrackprämie eine Absenkung auf 8,5 Jahre." Mit diesen Werten hat Brandenburg den ältesten Pkw-Bestand der Republik. Den "jüngsten" Bestand hat das Bundesland Hamburg mit 7,8 Jahren.

Eine Auswertung der KBA-Daten durch dpa-RegioData ergab zudem, dass in Regionen mit besonders wohlhabender Bevölkerung wie in den Landkreisen München (22 Prozent) oder Main-Taunus (18 Prozent) deutlich mehr Fahrzeuge mit der Euro 5-Norm unterwegs sind als im Bundesvergleich. "Wo es mehr Geld gibt, gibt es offenbar auch mehr neuere und damit schadstoffärmere Autos", sagt ADAC-Sprecher Maximilian Maurer. Zudem vermutet er, dass die zunehmende Zahl an Umweltzonen in Städten die dortige Bevölkerung sensibilisiert hat. "Auf dem Land müssen die Menschen darauf noch nicht so achten."

So betrug zum 1. Januar 2011 die Anzahl der Fahrzeuge, die Euro 2 oder schlechter haben, im Landkreis Elbe-Elster sogar 40 Prozent. Sonderfälle sind Städte und Kreise wie beispielsweise Wolfsburg und Ingolstadt, in denen Automobilhersteller ihren Sitz haben. Dort werden laut dpa-RegioData besonders viele Neufahrzeuge zugelassen.

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