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Lokales

21. November 2017 | 15:05 Uhr

Prignitzer Einsatz für friedvolle Wende

vom

svz.de von
erstellt am 03.Okt.2010 | 07:01 Uhr

Perleberg | Am Vorabend des 3. Oktobers 1990 fuhr Dr. Andreas Draeger gemeinsam mit einer Delegation nach Pinneberg. Plötzlich kam die Frage auf, was die Perleberger eigentlich als Geschenk mitbringen. "Einer von uns sagte selbstbewusst, die deutsche Einheit". Daran erinnerte er genau auf den Tag 20 Jahre später. Denn am Sonnabend erfuhr Dr. Draeger eine ganz besondere Würdigung: Er durfte sich in das Ehrenbuch der Stadt Perleberg eintragen.

Zum 20. Geburtstag der deutschen Einheit, da waren sich Perlebergs Stadtverordnete einig, hat das niemand so verdient wie der einstige Oberarzt der Chirurgie des Perleberger Krankenhauses, denn er übernahm in der Wendezeit eine ganz besondere Aufgabe. "Als die Menschen in die Kirche strömten, auf die Straße gingen und Demokratie einforderten, war das nicht ohne Gefahren, denn Perleberg war Garnisonsstadt, hier waren russische Streitkräfte stationiert, fast so viele Soldaten wie wir Einwohner hatten, wir waren Grenztruppen-Standort, hatten die Kreisdienststelle der Staatssicherheit hier, es gab Kontroversen und Auseinandersetzungen", erinnerte Stadtverordnetenvorsteher Rainer Ramin (Linke) an den heißen Herbst 1989. "Ein Mann hat damals erfolgreich dafür gewirkt, dass die Montagsdemonstrationen und die Wendezeit in Perleberg friedvoll und ruhig verliefen, Dr. Andreas Draeger", würdigte Ramin in der Festsitzung am Samstagabend.

Der engagierte Christ Draeger wurde Mitglied der ersten demokratisch gewählten Stadtverordnetenversammlung 1990. Kontrovers und hitzig waren deren erste Sitzungen. "Die Parteien wollten ihre Auffassung von Demokratie durchsetzen. Dr. Draeger versuchte, die Wogen zu glätten, uns zur sachlichen Zusammenarbeit zu bewegen, um so das Beste für die Stadt zu erreichen", erinnerte Ramin.

Der so Geehrte zeigte sich tief berührt, bezog in diese Anerkennung aber "alle Frauen und Männer des Herbstes 1989 ein, die in Perleberg die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse einleiteten". Erst "wir sind das Volk hat wir sind ein Volk möglich gemacht", betonte Draeger. Heute könne nur dieses geeinte Volk gemeinsam die aktuellen Probleme lösen.

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