zur Navigation springen
Lokales

17. Dezember 2017 | 16:58 Uhr

Prignitzer Dorf erregt bundesweit Aufsehen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2010 | 07:39 Uhr

Klein Leppin | Für die Initiatoren des Projektes "Dorf macht Oper" ist es eine völlig neue Situation: Schon rund zehn Monate vor der nächsten Aufführung steht im Wesentlichen die Finanzierung. Zu verdanken ist das dem mit 20 000 Euro dotierten brandenburgischen Preis für Kulturelle Bildung des Kulturstaatsministers. Dieser wurde dem Verein in der vergangenen Woche verliehen (wir berichteten).

"Sensationell", kommentiert die Vereinsvorsitzende Christina Tast diese Auszeichnung. Damit habe der Verein Planungssicherheit. Je nach Zahl der Solisten und Umfang des Bühnenbildes decke diese Summe in etwa die Kosten für eine Inszenierung ab.

Die Auszeichnung sei für alle Mitwirkenden überraschend und das in mehrfacher Hinsicht. Allein die Nominierung sei ein Erfolg. "Anfangs maßen wir dem keine große Bedeutung bei", gesteht Tast. Doch eine Recherche im Internet offenbarte die immense Bedeutung dieses Preises.

Nicht weniger überraschend war der Nominierungsvorschlag selbst, denn dieser kam vom Fond Soziokultur e. V. aus Bonn. Zwar gibt es gute Kontakte zu dem Fond, hat dieser schon mehrfach das Klein Leppiner Projekt finanziell unterstützt. Dass die Bonner aber unter den vielen bundesweiten Aktionen ausgerechnet die Prignitzer Akteure dieses Preises für würdig erachten, wertet der Verein als eine besondere Wertschätzung. "Das ermutigt uns, gerne machen wir 2011 weiter."

Mit welcher Oper sei noch nicht entschieden, aber erste Ideen gibt es. Regisseurin und der musikalische Leiter hätten sozusagen das Vorschlagsrecht. Sie müssen entscheiden, welcher Opernstoff sich entsprechend den Bedingungen in Klein Leppin interpretieren lässt. Der Spielort im ehemaligen Schweinestall und die große Anzahl der Laiendarsteller gilt es zu berücksichtigen.

Auch einen Aufführungstermin kann Christina Tast noch nicht nennen. Dieser werde in Abstimmung mit dem Rundfunksinfonieorchester Berlin ausgewählt. "Es muss ein Wochenende sein, an dem das Orchester spielfrei hat."

Bis zur Aufführung würde der Verein gerne die Sanierung ihres Festspielhauses fortsetzen, insbesondere des Daches. Die jüngsten Spendenaufrufe seien auf eine erfreuliche Resonanz gestoßen. Gut angenommen werde die GLS Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken. Sie vergebe Kleinstkredite, die Förderer und Freunde des Festland e. V. in kleinen Raten abtragen können.

Kultureller Ausflugstipp

Wer sich vom Wirken des Vereins ein Bild machen möchte, kann die heutige Veranstaltung „Festessen“ besuchen, die in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste durchgeführt wird. In Nischen und Winkeln von Klein Leppin musizieren, proben, kochen, experimentiert das Projektteam, darunter der Klein Leppiner Opernchor und viele Prignitzer. Die Macher haben sich Bewegungen ausgedacht, streifen als Klangforscher mit Mikrofonen umher und beleben Orte mit eigenen Geschichten. Beginn ist um 19 Uhr im Festspielhaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen