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Prignitzer Amtsärztin plädiert für Impfung

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Prignitz | Niedergelassene Ärzte und auch das Gesundheitsamt des Landkreises stehen in den Startlöchern für die Grippeschutzimpfung. "Wir rechnen jeden Tag mit der Lieferung des Impfstoffes", sagte Amtsärztin Catrin Goltz am Freitag im Gespräch mit unserer Redaktion. Verabreicht wird ein neues Serum, das eine Immunisierung sowohl gegen das Schweinegrippevirus als auch gegen zwei weitere Grippevirus-Typen ermöglicht. "Dass sich im jeweiligen saisonalen Impfstoff verschiedene Komponenten vereinigen, ist allerdings nichts Neues", sagt Catrin Golz. Nach den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthält der saisonale Grippeimpfstoff für den kommenden Herbst und Winter auch eine Komponente des Grippevirus A(H1N1), des so genannten Schweinegrippevirus. Die Impfung schützt also auch gegen die Schweinegrippe. An ihr erkrankten im Landkreis in der vergangenen Saison übrigens 57 Menschen, informiert die Amtsärztin. Im Gesundheitsamt selbst seien 335 Impfdosen gegen Schweinegrippe verabreicht worden. "Hinzu kommen natürlich die Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten, über die wir jedoch zahlenmäßig keinen Überblick haben", so Goltz. Zum Vergleich: Von Herbst 2009 bis Februar dieses Jahres wurden dort 1819 Erkrankungen registriert, insgesamt 2828 Menschen hatten sich damals impfen lassen.

Das Serum, das in diesem Herbst und Winter gespritzt wird, enthält keine Wirkverstärker und wird ohne das im vergangenen Jahr vieldiskutierte Konservierungsmittel auf Quecksilberbasis hergestellt.

Neben dem normalen Grippeimpfstoff soll für über 65-Jährige oder chronisch Kranke auch ein wirkverstärkter Impfstoff angeboten werden. Er werde seit Jahren gut vertragen und erzeuge laut wissenschaftlicher Studien im Körper bedeutend mehr Antikörper gegen die Influenza-Erreger, könne so bei immunschwächeren Personen besseren Schutz gewährleisten.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung gegen Grippe insbesondere für Menschen, die bei einer Grippeerkrankung ein erhöhtes Risiko tragen. Dazu zählen: Menschen, die über 60 Jahre alt sind; Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung durch ein Grundleiden wie beispielsweise chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten sowie Multiple Sklerose; Menschen mit Immundefekten oder einer HIV-Infektion; Bewohner von Alten- und Pflegeheimen; medizinisches Personal; Personal in Pflegeeinrichtungen und Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln. Seit Juli dieses Jahres empfiehlt die Kommission zudem, dass sich auch Schwangere ab dem vierten Monat immunisieren lassen sollten. "Ich plädiere außerdem dafür, Schulkinder zu impfen. Das kann man guten Gewissens empfehlen. Meine Kinder sind jedes Jahr geimpft", sagt Catrin Goltz.

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erstellt am 19.Sep.2010 | 06:48 Uhr

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