zur Navigation springen
Der Prignitzer

25. November 2017 | 10:53 Uhr

Zwist beendet: Kameraden rücken zusammen

vom

svz.de von
erstellt am 13.Feb.2012 | 09:42 Uhr

Cumlosen/Wentdorf | Schulterschluss zwischen den Ortswehren der Gemeinde Cumlosen. Das war auf den Jahreshauptversammlungen am Freitag in Cumlosen und am Sonnabend in Wentdorf das eindeutige Signal. Der Zwist des vergangenen Jahres im Zusammenhang mit der Wahl der Amtswehrführung und des zurückgetretenen Motricher Wehrführers Thomas Dobberstein scheinen beigelegt.

"Wir hatten unterschiedliche Ansichten zur Wahl der Amtswehrführung", sagte Cumlosens Wehrführer Gordon Fähling. Mittlerweile sei das aber geklärt und die neue Führung habe versprochen, alle Wehren an einen Tisch zuholen. "Diesen Worten sollten jetzt Taten folgen", so Fähling.

Auch sein Wentdorfer Kollege René Jafke sprach von einem Neubeginn, erinnerte an die gemeinsame Grillaktion aller drei Ortswehren im Spätsommer. Nur Wochen zuvor wäre das unvorstellbar gewesen. Als einer von zwei stellvertretenden Amtswehrführern bot Jafke den Kameraden seine Unterstützung an: "Wenn ihr was habt, kommt zu mir."

Motrichs neuer Wehrführer Uwe Scheibe ist seit November im Amt und betonte in Cumlosen, dass er Zusammenarbeit statt Streit will. Zugleich machte er deutlich, dass er und sein Stellvertreter Marcus Labude auf die Unterstützung und die Erfahrung der anderen Wehrführer zählen.

Amtswehrführer Steffen Bethke ging in Cumlosen ebenfalls auf die Streitereien des ergangenen Jahres ein und bot an: "Meldet euch, wenn ihr Gesprächsbedarf habt, ich verspreche, wir werden Lösungen finden." Zugleich verteidigte er die Entscheidung, nach Jahren erstmals wieder zwei Stellvertreter für ihn gewählt zu haben. Neben Jafke ist das Enrico Klein. "Man kann nicht überall sein, aber zu dritt schaffen wir es, dass die Wehrführung vertreten ist", sagte Bethke. Außerdem befände sich nun wirklich jede Wehrgröße und jede Region des Amtes in der Führung, ergänzte Klein.

Cumlosen und Wentdorf zählen zu den personell gut aufgestellten Wehren im Amt. Mit 26 bzw. 17 aktiven Mitgliedern sei die Einsatzbereitschaft gewährleistet. Eine Besonderheit zeichnet die Wentdorfer aus: Seit 15 Jahren haben sie ununterbrochen eine Jugendwehr, in der auch Kinder aus Cumlosen und Motrich Mitglied sind. Gordon Fähling habe aber die Hoffnung, auch in Cumlosen wieder eine Kindergruppe zu eröffnen. Vorstellbar sei zudem, dass Cumlosen und Wentdorf nach Altersgruppen getrennt die Jugendwehr in der Gemeinde betreuen.

Zu den bedeutsamsten Einsätzen des vergangenen Jahres zählten für beide Wehren die zwei Großbrände im Herbst: das Reifenlager in Gandow und eine Scheune mit Tierfutter in Lenzen. Um künftig zu solchen Einsätzen ausrücken zu können, müsse aber neue Fahrzeugtechnik gekauft werden. Cumlosen wird seit 2007 ein neues Löschfahrzeug versprochen. Aber auch in diesem Jahr werde das nicht möglich sein, bedauert Bürgermeister Harald Pohle.

Der Gemeinde fehlen die etwa 70 000 Euro Eigenmittel. Bis 2016 wirtschaftet Cumlosen mit einen Haushaltssicherungskonzept. Mit anderen Worten: Auch in den nächsten Jahren ist ein neues Fahrzeug unrealistisch.

Motrich und Wentdorf fahren gar noch einen B 1000. Sie müssten sich ebenfalls weiter gedulden. Pohle versprach aber, dass keine Wehr aufgegeben werde, notfalls würde man gebrauchte Fahrzeuge anschaffen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen