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Wetterdreh in Zwischendeich : Zwischen Weidenzaun und Buschbackofen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der rbb besucht Familie Ehrhorn in Zwischendeich und erfährt Wissenswertes über Traditionen im Elbvorland

Kraft braucht es reichlich, um die mitunter mehr als daumenstarken Weidenäste zwischen den Zaunpfählen hindurch zu schlängeln und untereinander zu verweben. „Das muss aber sein, damit beispielsweise Rinder den Zaun mit ihren Hörnern nicht auseinandernehmen können“, erklärt Toralf Theek. Zur Hand gehen dem Lütjenheider Peter Ehrhorn, Ortsvorsteher von Zwischendeich, und rbb-Moderatorin Ulrike Finck. Ein Kameramann und ein Tonassistent zeichnen das Geschehen auf. Das Fernsehen zu Gast im Elbedorf – eine kleine Sensation.

Bereits am Vormittag haben Finck und ihre Kollegen im Wittenberger Rathaus gedreht und für das Gewinnspiel anlässlich des 20-jährigen Bestehens des rbb die Preisträger gezogen. „Im Anschluss stand die Aufzeichnung des Wetters an, und von der Verwaltung bekamen wir den Hinweis, ins schöne Örtchen Zwischendeich zu fahren und dort zu drehen“, sagt Ulrike Finck. „Und es hat sich gelohnt. Der Ort ist wirklich ein tolles Ensemble und die Bewohner unglaublich gastfreundlich.“

So flechtet die Moderatorin mit Theek und Ehrhorn Ast um Ast in den Zaun und erfährt dabei, dass diese Art, eine Fläche einzuhegen, typisch für die Region sei. „Die Kopfweiden gehören einfach zur Elblandschaft. Und früher war es gang und gäbe, Zäune aus diesem Material herzustellen. Nägel waren damals noch handgeschmiedet und entsprechend teuer, aber für einen Weidezaun braucht man ausschließlich Holz, das alle fünf bis sechs Jahre quasi kostenlos von den Bäumen geschnitten werden konnte“, sagt Theek. Das Stück Zaun in Zwischendeich habe allerdings keine Funktion mehr und werde nur der Tradition wegen erhalten.“

Nach der schweißtreibenden Arbeit geht es für Ulrike Finck und ihr Team zum Backhaus der Ehrhorns, wo der große Backofen bereits seit vier Stunden unter Feuer gehalten wird. „So lange braucht es, bis die Steine heiß genug sind, um Kuchen abzubacken. Wie auf Kommando kommen Ehrhorns Frau und Sabine und Heike Paasch aus Hinzdorf mit Kuchenblechen, die Finck und Ehrhorn gemeinsam in die Luke schieben. „Wie lange dauert das, bis der Kuchen fertig ist?“, fragt die Moderatorin, sichtlich angetan von der rustikalen Technik. „Je nach Temperatur fünf bis sieben Minuten“, sagt Peter Ehrhorn und erntet ungläubiges Staunen vom Fernsehteam. „Und dann kommt die Kontrolle durch meine Mutter, die genau prüft, ob die Unterseite des Kuchens die richtige Bräune hat. Das gelingt nur, wenn Temperatur und Backzeit ganz genau stimmen.“ Gelächter in der Runde.

Aber schmeckt das Ganze dann auch? „Absolut köstlich, vielleicht der beste Kuchen, den wir je gegessen haben“, heißt es einstimmig vom rbb-Team, als der frisch gebackene Himbeerkuchen und Bienenstich mit Kaffee serviert werden und Familie Ehrhorn zu einem Plausch einlädt. „Peter ist ein absoluter Fan von Ulrike“, sagt Sabine Ehrhorn. „Er hat sich riesig gefreut, dass es dieses Mal geklappt hat, denn wir hatten sie und den rbb schon einmal zum Dorffest eingeladen, allerdings konnte sie damals nicht kommen.“

Bei aller Handwerksarbeit und Schlemmerei ist das rbb-Team aber tatsächlich noch dazu gekommen, die Wettermoderation aufzuzeichnen. Und es tat der guten Stimmung keinen Abbruch, dass sich die Sonne nicht blicken ließ und stattdessen hinter dicken Wolken versteckt hielt.


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erstellt am 11.Apr.2014 | 22:00 Uhr

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