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Gewässerpatenschaft : Zwischen Teich und Chemieraum

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Neuntklässler des Curie-Gymnasiums analysierten die Wasserqualität von Schwanenteich & Co

von
erstellt am 14.Jul.2015 | 22:00 Uhr

Der Schwanenteich ist und bleibt das Sorgenkind unter den Wittenberger Gewässern, der vor einiger Zeit sanierte Karlhorstgraben hingegen ist ein gutes Beispiel für gelungene Renaturierung. Mit diesen zentralen Erkenntnisse konnten Neuntklässler des Marie-Curie-Gymnasiums gestern im Wittenberger Rathaus aufwarten, als sie die Ergebnisse der im Rahmen der Gewässerpatenschaft vom Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften durchgeführten Gewässerproben vorstellten.

Insgesamt sieben Gewässer aus Wittenberge, den Ämtern Bad Wilsnack/Weisen und Lenzen Elbtalaue sowie der Verbandsgemeinde Seehausen hatten die 28 Schüler in den vergangenen Monaten untersucht, Wasserproben entnommen und deren Qualität bestimmt. „Das bedeutete, sich zunächst intensiv mit der Theorie der Gewässerbeprobung auseinander zu setzen und Messmethoden kennen zu lernen“, erklärte Mario Dahse, Lehrer für Biologie und Chemie.

Damit auch Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, Peggy Heyneck vom Umweltamt und die Pressevertreter einen fachlichen Einblick bekommen, stellten die Schüler ihre Messmethoden im Detail vor. Angefangen von einer biologischen Untersuchung, bei der Mittels Kescher Tiere des jeweiligen Gewässers gefangen und bestimmt wurden, über Untersuchung auf Halogenid- sowie Nitrat und Nitritionen mittels Nachweisreagenzen bis hin zur Bestimmung der Werte für den biochemischen und chemischen Sauerstoffbedarf arbeiteten die Neuntklässler in kleinen Gruppen ein umfangreiches Programm ab. Die ermittelten Werte verglichen sie zudem mit den aus den Vorjahren, um Entwicklungen sichtbar zu machen.

Schließlich konnten sie den Wittenberger Gewässern Mäsche in Bentwisch, dem Friedensteich und dem Karlshofgraben die Gewässergüteklasse II (mäßig belastet) attestieren. Das Delphinbad gilt mit Klasse II-III als kritisch belastet, der Schwanenteich mit Klasse III als stark verschmutzt. „Allerdings“, räumte Lehrer Mario Dahse ein, „ist die Güteklasse I nicht gleichbedeutend mit einem Paradies für alle Tierarten, weil es da nur sehr wenige Nährstoffe gibt. Fische fühlen sich erst ab Klasse II richtig wohl.“

Bürgermeister Dr. Oliver Hermann dankte den Schülern für ihre intensive Arbeit und meinte schmunzelnd, jetzt auch mitreden zu können, wenn im Abwasserbetrieb über den chemischen Sauerstoffbedarf diskutiert werde. „Das, was ihr hier macht, ist nicht für umsonst, sondern Arbeitsgrundlage für die Kollegen im Sachbereich Umwelt. Ihr zeigt die Zustände auf, wir können reagieren.“

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