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Sieben Künste von Pritzwalk : Zwischen Nachtrasur und Volkskunst

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Positives Zwischenresümee für das Projekt „Die sieben Künste von Pritzwalk“. Am Sonnabend wurden in der Innenstadt zwei Ausstellungen eröffnet.

von
erstellt am 11.Aug.2014 | 12:00 Uhr

Kann man allein mit Kunst und Kultur eine Innenstadt beleben? „Ja, man kann“, ist Gerrit Gohlke vom Brandenburgischen Kunstverein Potsdam überzeugt. Der Kurator des Projektes „Die sieben Künste von Pritzwalk“, das vom 5. Juni bis 7. September im Zentrum der Dömnitzstadt läuft, sieht das Ganze als sinnstiftende Aktion – und keinesfalls als Aktionismus, wie dem Vorhaben zuweilen unterstellt wird.

Kunst und Kultur sollen in Pritzwalk Brücken bauen, um wieder mehr Leben in die Altstadt zu bekommen. Das attraktiv sanierte Zentrum mit Fußgängerzone leidet seit Monaten und Jahren an Geschäftsaufgaben. Der Weggang bzw. die Schließung größerer Filialisten, wie Schlecker, Rossmann und Komma 10 üben eine negative Sogwirkung aus. Ein Ende des Exodus’ ist noch nicht abzusehen, denn auch Ernstings Family, ebenfalls seit Langem in der Pritzwalker Fußgängerzone beheimatet, wird nach jetzigem Informationsstand die Altstadt verlassen.

Der Ansatz des Kunst- und Kulturprojektes ist ein globalerer. Es gehe um kulturvollen Umgang, um das Miteinander-Reden, um den Spaß, so Gohlke. Nur, weil man damit in den derzeit leerstehenden Läden noch keinen finanziellen Umsatz erziele, heiße das nicht, dass das nichts sei. Gerrit Gohlke wertet das Projekt bereits jetzt als Erfolg. Nachdem es etwas zäh in Gang kam, lägen mittlerweile mehr als 70 konkrete Ideen von Einheimischen für die „Sieben Künste“ vor. Ein Teil sei bereits umgesetzt. Dazu gehören u. a. die beiden Kunstausstellungen, die am Sonnabend im ehemaligen Schlecker- und im früheren Rossmann-Drogeriegeschäft in der Marktstraße eröffnet worden sind. Sehr gegensätzliche Expositionen: Während sich im Schlecker Künstler aus Pritzwalk und Umgebung mit Bildern und Skulpturen präsentieren, sind im ehemaligen Rossmann großformatige Harzölbilder von Harms Cyrill Bellin zu sehen.

Die Bellin-Schau wurde Samstagabend mit dem Programm „Nachtrasur in Pritzwalk“ eröffnet. Lyrisch-erotische Texte von Ursula Kramm Konowalow, Querflötenklänge von Kai Nerger und Bauchtanz von der jungen Pritzwalkerin Paula Sophie Konowalow umrahmten die Vernissage. Der Start zur erstgenannten Ausstellung erfolgte bereits am Samstagnachmittag.

Beide Schauen, die vom international renommierten irischen Kunstprofessor Michael Clegg arrangiert wurden, sind donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

Gerrit Gohlke blickt bereits auf den Abschluss der diesjährigen Aktion, das „Pritzwalker Herbstleuchten“ in der Innenstadt am letzten Septemberwochenende. Daran wirken dann alle hier ansässigen Geschäfte und Institutionen mit.


 

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