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TUL agroservice GmbH : Zwischen Logistik und Exotik

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

TUL agroservice GmbH meistert einen unternehmerischen Spagat und gehört zu den allerersten Ansiedlungen im Gewerbepark

von
erstellt am 29.Jan.2015 | 12:00 Uhr

In unserer Serie über Unternehmen im Gewerbepark Prignitz in Falkenhagen geht es heute um einen wahren Alleskönner: Die Mitarbeiter der TUL agroservice GmbH können nicht nur Transport, Umschlag und Lagerung, sie können auch Lkws reparieren und betreiben so ganz „nebenbei“ noch das Hotel Falkenhagen.

Ein Spagat, der funktioniert, wie Geschäftsführer Gerhard Plack im Gespräch mit dem „Prignitzer“ deutlich macht. „An den Exoten – das Hotel – haben wir uns gewöhnt“, sagt Plack und stapelt dabei tief. Das Haus ist mit drei Sternen zertifiziert, in den zurückliegenden sieben Jahren wurde sukzessive viel gemacht. „Allein 2014 haben wir noch mal rund 350 000 Euro investiert“, berichtet Gerhard Plack. In völlig neuem Glanz erstrahlt der Gastraum, außerdem wurden in einem Trakt die Zimmer modernisiert. Momentan laufen Arbeiten im Innenhof. Den gab es an sich schon immer – jetzt aber ist er mit einem Glasdach versehen, schön gestaltet und begrünt, eine richtige Oase, die sich beispielsweise für die Nutzer der hoteleigenen Seminarräume zum Relaxen anbietet. Ursprünglich war das Gebäude kurz vor der Wende als Verwaltungstrakt für das ehemalige Agrochemische Zentrum Pritzwalk errichtet worden. 1990 wurde das Haus, damals noch im Rohbau, zum Hotel modifiziert, hatte unterschiedliche Betreiber. Inzwischen managt die TUL agroservice GmbH die Herberge, die vornehmlich Wirtschaftstouristen anzieht, selbst und möchte sie gern Einheimischen noch mehr schmackhaft machen. Eigens dafür ist einst die Kulturreihe „TUL Tour“ unter Federführung von Olaf Waterstradt ins Leben gerufen worden. Viele bekannte Künstler waren hier über die Jahre zu Gast, ihre Konterfeis zieren eine große Wand im Hotel. Momentan pausiert die „TUL Tour“ – sie soll aber auf jeden Fall in anderer Form wiederbelebt werden, blickt Gerhard Plack voraus.

Mit rund 15 Beschäftigten gehört das Hotel – neben der Iveco-Vertragswerkstatt mit zwölf Kollegen – zu den beiden kleineren Unternehmensteilen. Insgesamt sind rund 115 Leute bei der TUL agroservice GmbH beschäftigt, die meisten in der Spedition, ein Teil davon auch in der Verwaltung. 1989/90 begann der Betrieb hier mit 27 Mitarbeitern, war also noch vor der offiziellen Gründung des Gewerbeparks Prignitz vor Ort. Spedition, Transport und Umschlag sind von jeher das Hauptgeschäft des Unternehmens, das seit langem auch Ausbildungsbetrieb ist. „Es gab gute und schlechte Jahre“, sagt Plack, der hier seit 2007 die Geschäfte führt.

Der Aktionsradius erstreckt sich – grob umrissen – komplett nördlich der A 2. Bis hin nach Potsdam, Fürstenwalde und Osnabrück werden Waggons entladen, wird Transportgut von eingespielten Teams in Höchstgeschwindigkeit auf Lkw umgesetzt, Holz, Baustoffe, Düngemittel, Getreide. 50 eigene Laster hat die Firma. Teamgeist erwartet Gerhard Plack dabei nicht nur von seinen eigenen Kollegen, sondern er versteht sich auch selbst in größerem Stil als Teamplayer. Bei allem Konkurrenzdenken ist für den 59-Jährigen die Zusammenarbeit der Speditionen wichtig. Schließlich gehe es für alle darum, sich die Kunden zu erhalten, die man hat. Miteinander reden, sich austauschen, das ist dem agilen Firmenchef wichtig – ebenso wie Eigenverantwortung: Die verschiedenen Unternehmensteile arbeiten weitgehend selbstständig. „Ich habe überall eingearbeitete, zuverlässige Leute“, sagt Plack, der selbst übrigens drei Berufe sein Eigen nennt: Dreher, Feldbaumeister und Speditionskaufmann. Und, wenn man es nicht besser wüsste, würde man ihm glatt auch den Hotelfachwirt abnehmen. Aber: Der Exot, das Hotel, ist „nur“ seine Leidenschaft.

 

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