Guter Zulauf beim Zukunftstag : Zwischen Hotel und Kälberstall

Sebastian Rüttner, Azubi im zweiten Lehrjahr, erklärte den Teilnehmern bei Osters & Voß die Funktionsweise moderner Landtechnik.
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Sebastian Rüttner, Azubi im zweiten Lehrjahr, erklärte den Teilnehmern bei Osters & Voß die Funktionsweise moderner Landtechnik.

Beim zwölften Zukunftstag schauten sich gestern Mädchen und Jungen in Prignitzer Betrieben um und nahmen teils auch weite Wege in Kauf

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27. März 2014, 22:00 Uhr

Um 6 Uhr machte sich gestern Tobias Tschiersch auf den Weg. Der Zwölfjährige besucht das Gymnasium in Teltow. „Hier kenne ich Gegend und Leute. Ich wollte einfach mal über den Tellerrand schauen.“ Im Internet stieß Tobias, der seine berufliche Zukunft im Hotel- und Restaurantwesen sieht, auf den „Deutschen Kaiser“ in Perleberg. „Eigentlich hatte ich mir den ,Kaiser’ viel kleiner vorgestellt. Er ist aber top, alles passt, das komplette Ambiente vom Hotelbereich bis hin zu den Gasträumen. Ich bin begeistert.“

Seit Anbeginn beteilige sich der „Deutsche Kaiser“ am Zukunftstag, ist von Steven Hausmann zu erfahren. Er ist der F&B-Manager des Hauses und gab den drei Jugendlichen, die sich dieses Mal hier angemeldet hatten, einen Ein- und Überblick über den Hotel- und Restaurantbetrieb und zu den Anforderungen, die dieser Beruf einschließlich Ausbildung stellt. „Ich denke es ist einfach wichtig, dass die Jugendlichen wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie diesen Beruf wählen.“ Die Zensuren, mit denen sie sich bewerben, seien nicht immer ausschlaggebend. „Sie sollen ja erst lernen und haben alle Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Wichtig ist, dass sie mit der notwendigen Motivation dabei sind.“

Ein Berufsbild der ganz anderen Art lernten fünf junge Leute bei der Osters & Voß GmbH in Groß Gottschow (Gemeinde Plattenburg) kennen. Viola Schnehage, zuständig für die Ausbildung im Unternehmen, vermittelte einen Überblick über den Betrieb – und dann ging es auch schon in die Hallen, Werkstätten und aufs Gelände. Ein Stippvisite machte die Gruppe zudem im Herzstück, der Disposition, wo der große Fuhrpark des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens mit der ultramodernen, eigens für Osters & Voß entwickelten Software trecker.com vom PC aus gelenkt wird. Osters & Voß bildet seit einigen Jahren in einem relativ jungen Berufsbild Fachkräfte für Agrarservice aus. „Das wollen wir forcieren“, sagt Viola Schnehage. Für Dominik Perplies der Traumberuf schlechthin: Der Siebtklässler machte sich gestern mit seiner Mutter Ines eigens aus Berlin-Buch auf den Weg in die Prignitz, um mit seinem vielleicht künftigen Ausbildungsbetrieb auf Tuchfühlung zu gehen.

Landwirtschaft zum Anfassen erlebten gestern auch neun Achtklässler der Oberschulen Perleberg und Pritzwalk bei einem Rundgang über das Betriebsgelände der Agrargenossenschaft Karstädt: Futterzubereitung, füttern, melken der 1300 Milchkühe mit einem 60er Melkkarussell, eigene Nachzucht - live wurde gerade ein Kälbchen geboren – und modernste Ackertechnik waren zu erleben. „Für uns ist klar – wir erlernen einen Landwirtschaftsberuf”, betonten Josefin Wölter, Paul Stangk und Moritz Wolff.

2556 Mädchen und 2619 Jungen nutzten gestern den zwölften Zukunftstag im Land Brandenburg, informieren sich bei Betrieben und Einrichtungen über berufliche Perspektiven in der Mark. Während die Zahl der beteiligten Jugendlichen trotz sinkender Schülerzahlen konstant bleibt, ist die Zahl der Betriebe, die mitmachten, mit 434 höher als 2013.


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