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Fackelfahrt und Andacht : Zwischen Gedenken und Biker-Party

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Prignitzer Motorradfahrer lassen Saison 2014 ausklingen

„Ein 32-jähriger Motorradfahrer, der in Richtung Rolandstadt unterwegs war, stieß frontal mit einem entgegenkommenden Pkw zusammen. Kameraden der Feuerwehr versuchten, den Motorradfahrer wiederzubeleben. Trotzdem konnte der Notarzt nur noch den Tod des Bikers feststellen.“

Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören können, als Pfarrer Tilmann Kuhn bei der Andacht am Samstagabend auf dem Großen Markt in Perleberg aus dem „Prignitzer“-Artikel vom 1. November 2013 zitierte, der von diesem tödlichen Unfall kurz vor Ende der Saison berichtet. „Das ist das Risiko, das immer mit fährt, und dem sich jeder Motorradfahrer bewusst sein muss“, kommentierte Kuhn, selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer. Und so halten die Zweiradfreaks, die kurz zuvor noch mit qualmenden Reifen und martialischem Auspuff-Geböller vom Motorradhändler Jansen aus zu einer Fahrt durch die Stadt gestartet waren – egal, ob konfessionell gebunden oder nicht – angesichts dieser mahnenden Worte und des Kreuzes aus Motorradhelmen inne, schweigen einen Augenblick.

Zwei Rosen mussten die Biker in diesem Jahr niederlegen: Für einen 23-Jährigen, der in Pritzwalk tödlich verunglückte, und einen 55-jährigen Perleberger, der kurz hinter der Landesgrenze zu MV auf der B5 einen Unfall hatte und im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

Insgesamt 25 Verkehrsunfälle mit Motorradbeteiligung weist die Polizeistatistik für die Prignitz im ersten Halbjahr 2014 aus. Dabei wurden 18 Menschen verletzt und ein Mensch getötet. In den Jahren 2012 und 2013 waren es 38 bzw. 41 Unfälle, bei denen insgesamt 56 Menschen verletzt und einer getötet wurden.

Bei allem Ernst des Gedenkens ließen es sich die Teilnehmer allerdings nicht nehmen, den Saisonabschluss auch ordentlich zu feiern. Seit vielen Jahren ist Motorrad-Jansen in Perleberg Ausgangs- und Endpunkt der Fackelfahrt durch die Stadt. Bei Bratwurst und Musik können die Biker ihr Jahr im Kreise Gleichgesinnter feiern. „Da gehört es einfach auch dazu, dass man noch mal richtig die Sau rauslässt, die Reifen qualmen und die Motoren hochdrehen lässt“, sagt Organisatorin Doris Jansen. Dennoch habe es in all den Jahren kaum Ärger gegeben. „Und fürs Publikum ist das ja auch was. Man sieht ja, wie die Perleberger überall an der Strecke stehen und schließlich am großen Markt an der Andacht teilnehmen.“


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