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Die wikinger sind los : Zwischen Äxten, Met und Tradition

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Äxte flogen, Schwerter krachten aufeinander, altes Handwerk wurde zelebriert und über allem erklangen mittelalterliche Töne.

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erstellt am 26.Mai.2015 | 08:00 Uhr

Äxte flogen, Schwerter krachten aufeinander, altes Handwerk wurde zelebriert und über allem erklangen mittelalterliche Töne. Ganz im Zeichen der Wikinger stand das Pfingstwochenende in Schilde. Hier hatten sich die Liebhaber der als raue Gesellen bekannten Nordmänner zum ersten Wikingermarkt versammelt. Beinahe 70 Darsteller waren angereist, um den Neugierigen ihr Hobby näherzubringen. So erklärte Sianna aus Güstrow das filigrane und handwerkliche anspruchsvolle Brettchenweben: „Damit wurden vor allem Borten zum verschönern von Kleidung hergestellt“. In einer beinahe drei Meter langen Verzierung stecken so zwei Monate Arbeit. Doch geht es vor allem um das Traditionelle. „ Ich nähe meine Sachen selbst und verschönere sie damit. Natürlich ist auch der Webstuhl selbstgebaut“, erzählt sie.

Doch wie kommt man auf dieses für Außenstehende ungewöhnlich wirkende Hobby? Antje Rudolph aus Stralsund ist seit etwa zehn Jahren dabei. „Ich bin über Freunde zur Mittelaltermusik gekommen, spiele selber in einer Band und kann hier dem Arbeitsstress entfliehen“. Vor allem die Rückbesinnung auf die technikfreie Zeit ist dafür Grundlage. „Es ist hier eine andere Welt, die Kinder wachsen in der Natur auf und haben ein ganz anderes Spielverhalten“, so Rudolph, die in den Sommermonaten etwa jedes zweite Wochenende ihrem Hobby nachgeht.

Kein Wunder, dass daraus schnell ein Hobby für die ganze Familie wird. Ihr Freund Mathias Hartung ist selbst Darsteller, tritt mit Axt, Schwert und Speer im Freikampf gegen andere Wikinger an, und ist mit Leidenschaft dabei, auch wenn es aufgrund von Minimalschutz öfter blaue Flecke gibt. Und auch im Zelt der beiden findet sich wenig, was auf das Jahr 2015 schließen lässt. „Natürlich haben wir für Notfälle unser Handy dabei, aber das war es dann“, erzählt Rudolph, während sie auf Fellen am Holztisch sitzt, auf dem sich Löffel aus Horn, Tonbecher und Holzschalen befinden.

Einer der an diesem Treiben und der Gemeinschaft sichtlich Spaß hat, ist Günter Schulz aus Schilde: „Als echter Schildbürger wundere ich mich zwar, wie die Wikinger hier ohne Schiff herkommen konnten, aber ansonsten ist das für den Ort eine tolle Sache. Vor allem da der Platz hier etwas vernachlässigt wurde.“

Worte, die Organisator André Berlin sicher gerne hört. „Das hat sich gut entwickelt und ich bin überrascht, dass so viele Leute in der Prignitz Interesse daran haben und so lange durchhalten.“ „Die Darsteller sind von der Atmosphäre hier begeistert. Vor allem den Platz – mit der freien Fläche für Kämpfe – haben sie so nicht erwartet“, ergänzt Darsteller Wolfgang Mekleburg, der bei einem Glas Met gemeinsam mit André Berlin die Idee zum Wikingerfest hatte. Und einer Fortsetzung steht nichts im Wege: „Wir werden uns zusammensetzen und die Tage auswerten, aber an sich steht einer Wiederholung im kommenden Jahr nichts im Wege“, so Berlin.

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