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Der Prignitzer

21. September 2017 | 23:27 Uhr

Zweiter Wall sichert das Werk

vom

svz.de von
erstellt am 11.Jun.2013 | 12:01 Uhr

Wittenberge | Ins Fahrzeug instandhaltungswerk der Deutschen Bahn geht es derzeit nur über Gleis 5 auf dem Wittenberger Bahnhof. Hunderte Mitarbeiter nehmen, wie Frank Müller gestern Mittag, den Weg über den Steg, der über die Hauptgleise verlegt ist. Der mit rund 1000 Beschäftigten größte Betrieb in der Elbestadt erwehrt sich gegenwärtig des Hochwassers und produziert weiter, "soweit es uns möglich ist", sagt Werkleiter Dietmar Schmidt. Er spricht von 250 000 Quadratmeter Betriebsgelände. Der normale Zugang ins Instandhaltungswerk über den Schwarzen Weg ist abgeschnitten. Aber das ist nur eines der Probleme, vor die das Hochwasser das Werkt stellt. Hinter den Betriebsmauern bzw. dem Zaun lauern die Wassermassen der Stepenitz. "Unsere Mitarbeiter haben entlang der Abgrenzung Sandsäcke verbaut, der Wall ist 1,3 Kilometer lang, schließt das Umspannwerk, das den Strom für die Oberleitungen der Bahn liefert, mit ein", sagt Schmidt. Ein Teil des Schutzwalls soll auf jeden Fall liegen bleiben, auch wenn das Wasser weg ist. Eine Vorsichtsmaßnahme für Kommendes.

Auch wenn eine ganze Reihe von Mitarbeitern Sandsäcke füllt, sie verbaut, den Schutzdamm regelmäßig kontrolliert, geht dort, wo es möglich ist, der normale Arbeitsalltag weiter, sagt der Werkleiter und führt als Beispiel die Radsatzwerkstatt an. Anderes funktioniert nicht. Um teure Kundenfahrzeuge zu schützen, die hier in Wittenberge modernisiert werden, sind diese erst einmal in höher gelegene Standorte gebracht worden. Schmidt zeigt auf die leeren Schienenstränge, wo die Modernisierungswagen eigentlich stehen müssten. "Ab Mittwoch wird es hier auch wieder anders aussehen", ist der Werkleiter optimistisch. Dann nämlich soll die zweite Verteidigungslinie, wie er sie nennt, fertig sein. Die Werkleitung hat entschieden, zur Sicherung des Betriebsgeländes einen zweiten Wall zu bauen. Mitarbeiter schieben Sand zu einem niedrigen Deich auf, decken ihn mit Folie ab, stapeln zum Beschweren Sandsäcke ’drauf. "Wenn dieser Damm jetzt fertig ist, haben wir das Werksgelände mit den Produktionsstandorten auf einer Höhe von 8,45 Meter gesichert", ist Schmidt froh. Dafür sitzt Andre Köhn hinter dem Lenkrad eines Transporters mit Sandsäcken, obwohl er Gruppenführer im Lager ist, packen die Azubis mit den Frauen aus der Polsterei und Verwaltungsmitarbeitern an. "Und wir haben sogar einen eigenen Deichgrafen", sagt Schmidt und nennt Jens Dierke. Der Breeser arbeitet im Instandhaltungswerk und ist im Ehrenamt Feuerwehrmann. "Er hat sich mit Fachkompetenz und ungeheuer engagiert beim Deichbau eingebracht. Ich ziehe vor ihm den Hut", sagt Schmidt und fügt ein Dank an die Mitarbeiter an. Sie sorgen mit dafür, dass die flutbedingten Ausfälle so gering wie möglich bleiben. Trotzdem entstehe dem Werk ein immenser Schaden.

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