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Der Prignitzer

18. November 2017 | 13:29 Uhr

Zweirad-Artistik krönt Oldtimertreffen

vom

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2013 | 09:27 Uhr

Perleberg | Jahrzehnte ist es her, da saß Henry Kottlock noch als Angehöriger des Panzer-Regiments 8 in Goldberg in einem Kampfpanzer T 55. Verlernt hat der Falkenhagener offenbar nichts, denn beim 15. Oldtimertreffen des MCE Perleberg steuerte er einen Schützenpanzer BMP 1 souverän über das Gelände neben dem Flugplatz. Kottlock kutschierte dort eher sanft Kinder und Erwachsene im großen Rund der Rennstrecke, die gestern als Finale der Großveranstaltung noch Schauplatz des ersten Offroadscrambles des erst 2012 gegründeten Vereins Motocross- und Enduropark Perleberg war.

Die spektakuläre Ausfahrt von 80 Motorrädern und 40 Autos am Sonnabend Richtung Lenzen bildete einmal mehr den beliebten Auftakt. Mehrere hundert Zuschauer hatten sich gleich zum Start eingefunden. Liebevoll hatte Joseph Ga reis mit den Eigentümern der markantesten Oldtimer die Ausstellung "Automobile im Wandel der Zeit" inszeniert. "Wunderbar, wie hier 100 Jahre Automobilgeschichte sichtbar werden", freute sich Frank Brauer, Organisationschef des Events.

Die 400 Oldtimer boten dem Publikum reichlich Gesprächsstoff. So plauderte Erich Vietze mit seinem Kumpel Rainer Lamp über die Details des von Vietze aufgefahrenen Phaeton der Berlin-Lichtenberger Aktiengesellschaft für Automobilbau (AGA). Gefunden unter Schrott wurde er bis in die letzte Schraube überholt. Zum Glück seien alle Teile brauchbar gewesen und mussten nicht ersetzt werden. Zuerst musste Vietze sogar Teile abbauen, weil der offene Wagen einen fantasievollen Umbau zu einer Limousine über sich ergehen lassen musste, den Vietze als echter Oldtimerfreund natürlich als erstes zurückbaute, sprich: abriss. 1968 rollte der AGA Phaeton im schmucken historischen Kleid wieder auf die Straße und hat seitdem 120 000 Kilometer abgespult.

Auch Gerhard Junge von den Perleberger Oldtimerfreunden erzählte sicherlich nicht zum ersten Mal die Geschichte von seinem Standard 6A der Adlerwerke in Frankfurt. Im Westerwald hatte er ihn gefunden, komplett zerlegt, jedes Teil restauriert und alles wieder zusammengebaut.

Rund um diese Oldtimer-Ausstellung führte der Parcours für die Trabi-Wette. Traditionell treten Frauen- gegen Männer-Mannschaften an, und das Publikum wettet mit der Eintrittskarte, welches Geschlecht das bessere Händchen für die "Renn-Pappe" hat. Karl-Friedrich Sauer (72) aus Uenze muss geahnt haben, dass das Damen-Team bestehend aus Janet Rabe und Daniele Pulko ein paar Punkte vor Hans-Jörg Moor und Hannes Geb hardt liegen würde. Rückwärts einparken und genau einen Meter vor einem Zaun anhalten - das waren zwei eher leichte Fahrtests. Weitaus schwieriger war es da schon, Wasserbecher während der Fahrt in der Hand zu halten und so wenig wie möglich zu verschütten. Millimetergenau wurde am Ziel von den Schiedsrichtern nachgemessen, wie viel unterwegs übergeschwappt ist.

Sauer gewann den Zuschauerpreis: Einen frisch überholten Trabant im Wert von 2000 Euro. Sauer freute sich riesig, hatte er früher doch selbst zwei Trabant gefahren.

Wie angewurzelt blieben die Gäste jedes Mal stehen, wenn Dean Schmidt seine Motorrad-Artistik auf dem Hochseil präsentierte. Dabei blieb er keineswegs immer im Sattel sitzen, sondern turnte am höchsten Punkt noch kreuz und quer und sogar kopfüber am Lenker, bevor er sich zurück an den Start rollen ließ.

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