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Der Prignitzer

24. November 2017 | 19:53 Uhr

Zwei Prozent der Alleen entschärft

vom

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2012 | 08:16 Uhr

Potsdam | Schon wieder ein tödlicher Baumunfall in Brandenburg: Der 70 Jahre alte Fahrer eines Transporters verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug und kracht gegen einen Baum. Der Wagen war am Montagabend von der Bundesstraße zwei in Potsdam abgekommen, wie ein Polizeisprecher gestern sagte. Die Unfallursache wird noch ermittelt. Dramatische Minuten gestern Nacht auch in der Prignitz. Zwischen Neuhausen und Berge rast ein Auto gegen einen Baum. Der Wagen gerät dabei ins Schleudern. Der 25 Jahre alte Fahrer sowie der Beifahrer werden schwer verletzt. Der dritte Insasse erleidet einen schweren Schock. Warum das Auto von der Fahrbahn abkam, weiß die Polizei noch nicht. Aber die drei Männer hatten Glück und konnten schnell aus dem Wrack geborgen werden.

Immer wieder gibt es in Brandenburg Baumunfälle und oft enden sie tödlich. Deshalb hatte Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Landkreise vor einem Jahr aufgefordert, besonders enge Alleen mit dichtem Baumbestand und ohne Schutzplanke zu entschärfen. Die erste Ergebnissen legte Vogelsänger gestern vor.

Auf 500 Kilometern haben die zuständigen Unteren Verkehrsbehörden Tempolimits angeordnet. Rund 143 Kilometer Bundesstraße, 191 Kilometer Landesstraße und 156 Kilometer Kreisstraße sind das und damit gerade zwei Prozent des gesamten Straßennetzes im Land. Vogelsänger lobt das Vorgehen: "Die Straßenverkehrsbehörden haben den Erlass mit Augenmaß umgesetzt. Das zeigt die erste Auswertung. Alle Sorgen, es würde massenhaft zu Tempolimits kommen, haben sich nicht bewahrheitet." Viele Landkreise hatten vor einem Jahr genau das befürchtet. Zustimmung gibt es von der Landesverkehrswacht Brandenburg. Ihr Präsident und zugleich Polizist Jürgen Maresch begrüßt alle Maßnahmen, zur "Erhöhung der Verkehrssicherheit". Das Tempo 70 in Alleen sei eine davon. Aber, sagt Maresch, zusammen mit der Polizeireform kann das nicht funktionieren. Wenn massenhaft Stellen bei der Polizei abgebaut werden, fehle das Personal für Kontrollen und Prävention. Hintergrund des Erlasses von Vogelsänger waren die vielen schweren Baumunfälle. Von 2008 mit 837 war die Zahl zwei Jahre später auf 1007 geklettert. Der Minister offerierte zwei Möglichkeiten: Entweder werden Leitplanken aufgestellt oder an den entsprechenden Stellen wird die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer reduziert. Baumunfälle seien "relativ markant für Brandenburg", sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Rudi Sonntag. Häufig seien die Fahrer zu schnell unterwegs oder versuchten in Kurven abrupt zu bremsen und verlieren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. 39 Menschen sind vom 1. Januar bis 31. Juli in Brandenburg bei solchen Unfällen gestorben. Die Zahl liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres (42). Das sind 40 Prozent aller Verkehrstoten.

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