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Elbeport Wittenberge : Zwei Millionen Euro Umsatz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

2014 kein gutes Jahr für den Umschlag über die Hafenkante / Betreiber dennoch mit positiver Bilanz zufrieden

von
erstellt am 20.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Der Elbeport ist 2014, was den Umschlag über die Hafenkante betrifft, in schwieriges Fahrwasser geraten. Mit etwa 130  000 Tonnen umgeschlagener Güter sei die Bilanz insgesamt aber positiv, sagt Geschäftsführer Michael Beyer und verdeutlicht die Entwicklung: „Wir sind seit dem Start des Hafengeschäfts 2009 von null auf mittlerweile zwei Millionen Euro Umsatz gekommen.“ Für die kommenden Wochen stünden auch die Zeichen für den Umschlag über die Hafenkante wieder günstiger, mehrere Schiffe machten fest.

Im vergangenen Jahr legten lediglich acht Schiffe in Wittenberge an. Beyer macht dafür den Wasserstand der Elbe verantwortlich. Von Mitte März bis November habe der Strom Niedrigwasser geführt – also schlechte Voraussetzungen für Frachter mit größerem Tiefgang.

Der Hafen in Wittenberge versteht sich mit Bahn, Lkw und Schiffen allerdings als trimodaler Logistikstandort. 2013 waren noch rund 170  000 Tonnen Güter umgeschlagen worden, 55  000 Tonnen per Schiff. 2014 sank der Güterumschlag per Schiff wegen des Niedrigwassers nach Unternehmensangaben auf etwa 12  000 Tonnen.

Auf die Bilanz 2014 wirkt sich auch aus, dass das Hafenareal rund sechs Monate lang noch einmal zum Teil Baustelle war. Die Kommune investierte im Jahr Dank Förderung rund sechs Millionen Euro in die weitere infrastrukturelle Entwicklung des Industriegebiets Süd mit Schwerpunkt Hafen. Gleisanlagen und Straßen entstanden neu. Die Stadt konnte außerdem einen Verladekran anschaffen, der aber wegen des Niedrigwassers noch nicht so viel zu tun hatte, wie erwartet und erhofft.

Kritiker werfen der Politik vor, für den neuen Hafen mit fragwürdigem Nutzen Millionen Euro in der Elbe versenkt zu haben. „Der Hafen ist eine Investruine“, erklärte vor wenigen Tagen der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND).

Elbeport-Geschäftsführer Beyer weist derartige Kritiken nachdrücklich zurück. Das Hafengeschäft heute sei eben nicht allein der Umschlag vom Land aufs Wasser und umgekehrt. „Wir sind Logistiker, bieten Komplettlösungen für unsere Kunden“, unterstreicht Beyer. Aber auch die Binnenschifffahrt habe Potenzial, so Beyer mit Verweis auf den Hafen in Wustermark am Havelkanal, der eine konstante Wassertiefe garantiere. Die Elbeport Wittenberge GmbH ist dort Hauptgesellschafter. Dort hätten 2014 über 100 Schiffe festgemacht. „Wir können Ausfälle in Wittenberge wegen des Wasserstandes über den Wustermarker Hafen kompensieren, sind für unsere Kunden so auf jeden Fall ein zuverlässiger und stabiler Partner.“ Der Elbeport hat derzeit fünf eigene Lkw für Transporte im Einsatz. Je nach Bedarf würden außerdem bis zu 20 weitere Lkw aus der Region dazu kommen. Die Zahl der Beschäftigten im Elbeport ist auf 15 gestiegen. Außerdem will die GmbH im August wieder einen Auszubildenden einstellen.

Rückendeckung erhält der Hafen von der Landesregierung. 2013 seien am Logistikstandort Wittenberge 170  000 Tonnen Güter umgeschlagen worden – ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr mit 80  000 Tonnen. „Das zeigt, dass die Investitionen in den Standort richtig waren“, sagte ein Sprecher des Infrastrukturministeriums. Für die Unternehmen, die sich in den vergangenen Jahren in der Region angesiedelt hätten, sei der Port einer der wichtigsten Faktoren bei der Investitionsentscheidung gewesen.  
 

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