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775 Jahre Perleberg : Zwei dicke Ordner Aufsätze zu Perleberg und der Region

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wolfram Hennies übergibt Sammlung seiner Beiträge / 1989 organisierte er das Stadtjubiläum maßgeblich mit

von
erstellt am 23.Mai.2014 | 09:00 Uhr

Perleberg und die Prignitz aus Sicht eines Mecklenburgers – zwei Ordner, prall gefüllt mit eigenen Aufsätzen übergab Wolfram Hennies jetzt an Sachbereichsleiterin Ulrike Ziebell. Die komplette Sammlung von Beiträgen, die sich mit in die Geschichte der Stadt einreihen, wird den Fundus des Museums und Archivs der Stadt bereichern.

Aus Plau am See stammend, verschlug die Arbeit Wolfram Hennies 1976 in die Prignitz, konkret nach Perleberg. Das Museum war die Wirkungsstätte des studierten Historikers und Germanisten. Ab 1987 dann bestimmte das nahende Stadtjubiläum seine Arbeit. Zwei Jahre war er mehr oder weniger der Mann für alles. Die großen Kulturveranstaltungen mussten organisiert, die Künstler engagiert, Lasershow und Feuerwerk vertraglich gebunden werden. Die meiste Zeit und Findigkeit aber kostete das viele kleine Drumherum. „Wir lebten in der DDR, da gab es trotz Mangelwirtschaft so einiges, wenn man Beziehungen hatte.“ Ansonsten musste man einfach kreativ sein und viele Leute kennen.

In einem Radebeuler Fahnenbetrieb besorgte Wolfram Hennies einige hundert Fahnen, unterschiedlicher Größe in den Farben von Perleberg und mit Stadtwappen. Er beschaffte Bierdeckel mit Stadtansichten, Speisekarten, die auf die Gaststätten zugeschnitten waren, und überzeugte Mitarbeiter sowie ihre Arbeitgeber – HO, Konsum und Brinker – passende Bekleidung vom Parchimer Theater entwerfen und auf den Leib der Mitarbeiter schneidern zu lassen. Im „Hubertus“ beispielsweise frönten die Kollegen dann auch von der Kleiderordnung her der Jagd.

Werner Schinko aus Röbel entwarf zwei Signets mit dem Roland und der Stadtsilhouette. Briefpapier, Postkarten und dergleichen zierten diese dann. Eine Parchimer PGH gestaltete Standarten mit den Zeichen der Handwerkerinnungen, die im Festumzug zu sehen waren. Über den Straßen prangten Banner, die den Weg zu Gastlichkeiten, aber auch zum stillen Örtchen wiesen. In den umliegenden Städten und Dörfern warb Hennies bei den Bäckern und Eisherstellern für das Stadtfest. Schließlich musste die Versorgung abgesichert werden, ein Jubiläumskontingent gab es nicht.

Kurz vor dem Fest 1989 übernahm der damalige stellvertretende Bürgermeister die Vorbereitung, eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt. Hennies agierte aber weiterhin als der Mann, der organisierte und besorgte. Konsumgüter aus dem Karstädter Dachziegelwerk, als Anstecker entwarf Gerhard Lahr den Roland, der zur Begrüßung den Hut lüftet, Plakette aus Böttchersteingut, die als Eintrittskarten dienten und von Malermeister Erich Rathsack entworfen wurden. Vom Berliner Grafiker Heinz Rodewald stammt eine silberne Perleberg-Medaillie, Postkarten mit Sonderstempel wurden gedruckt und … – tausend kleine Dinge, die viele Perleberger noch heute haben und mit denen sich Erinnerungen an das Stadtjubiläum vor 25 Jahren verbinden. Übrigens, das wurde von einem Wochenende bis zum nächsten gefeiert. Im Klartext – man brauchte viele Highlights. Zwei waren zweifelsohne die Freilichtkinoveranstaltungen „Dirty Dancing“ und „Crocodile Dundee“. „Der Hagen war voll“, erinnert sich Wolfram Hennies.

Tausende waren an den beiden Wochenenden im August 1989 und den Tagen dazwischen in der Stadt auf den Beinen. „Es war vor allem ein Fest für die Perleberger“, betont Wolfram Hennies. Seinen Namen verbindet man aber nicht nur mit dem 750. Stadtjubiläum, sondern vor allem auch mit den Prignitzer Heimatheften. Er ist der einzige Autor, der in jedem Heft zumindest mit einem Artikel vertreten ist. Als der Kulturbund damals die Herausgabe der Hefte, zwei pro Jahr, initiierte, da habe er echt Bedenken gehabt, ob man so einen langen Atem habe werde. „Heute ist bereits das 54. erschienen“, sagt er sichtlich stolz.


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