zur Navigation springen
Der Prignitzer

23. November 2017 | 08:38 Uhr

Zurück zu den Wurzeln

vom

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2010 | 09:32 Uhr

Putlitz | Er hat nicht nur sein einstiges Büro der Prignitzer Eisenbahngesellschaft (PEG) im Putlitzer Bahnhofsgebäude wieder bezogen, er ist im wahrsten Sinne des Wortes zu seinen Eisenbahn-Wurzeln zurückgekehrt. Denn Thomas Becken, Geschäftsführender Gesellschafter der Enon GmbH & Co. KG, erwarb gemeinsam mit seinem Partner Mathias Tennison am 25. September die Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP).

Ein Teil der EGP besteht in dem früheren Cargo Geschäft der Prignitzer Eisenbahngesellschaft, ging aus deren Güterverkehrssparte hervor. Am 11. April 2005 erhielt die EGP die Genehmigung zur Erbringung von Schienenverkehrsdiensten für den Schienenpersonen- und Güterverkehr. Das Unternehmen mit seinen 33 Mitarbeitern führt bislang deutschlandweit ausschließlich Güterverkehr durch mit einem Jahresumsatz von neun Millionen Euro. Ab 12. Dezember dieses Jahres tritt die EGP auch in den Schienenpersonenverkehr ein. "Die EGP hat eine Ausschreibung in Dresden gewonnen für den Nahverkehr in Sachsen, ein Vierjahresvertrag", beschreibt Becken. 70 Mitarbeiter würden dafür eingestellt, vor allem aus dem sächsischen Bereich. "Einige aber auch aus der Prignitz, die derzeit noch in Nordrhein-Westfalen arbeiten", blickt Becken voraus.

Gemeinsam mit seinem Partner hat er derzeit also gut zu tun. Und dabei wollte er, der die Prignitzer Eisenbahngesellschaft 2004 an den Arriva-Konzern verkaufte, dort zum Schluss noch als Berater tätig war, eigentlich kürzer treten. Doch daraus wird offensichtlich nichts, die von ihm und Tennison 2010 gegründete Enon GmbH wird künftig weit mehr als Hotels mit Eisenbahnnostalgie betreiben. Warum dieser Wandel?

"Wir waren mit dem Geschäftsführer der EGP Dr. Klaus-Peter Dietz, immer gut im Kontakt. Er wollte eigentlich seinen Sohn als Nachfolger aufbauen. Doch der hat sich anders entschieden. Dr. Dietz steht kurz vor der Rente, die Banken verlangen ein Nachfolgekonzept zur Absicherung der Finanzen. Da hat er uns gefragt, ob wir Interesse haben", berichtet Becken.

Die EGP sei gut aufgestellt mit ihren Niederlassungen in Pritzwalk und Berlin-Schönefeld, habe beispielsweise die Anschlussbahn für den Ausbau des Großflughafens Berlin-Brandenburg International betrieben. "Ein sicheres Zubrot in Krisenzeiten", kommentiert Becken. Und auch, wenn die großen Baumaßnahmen wie Landebahnen in Schönefeld im Wesentlichen abgeschlossen seien, sei das Geschäft nach wie vor lukrativ. "Wir fahren ja auch als Zubringer für die Deutsche Bahn, beispielsweise zwischen Heiligengrabe und Wittenberge oder in Bad Kleinen", verweist der Enon-Geschäftsführer. Nun kommt, wie schon erwähnt, in Sachsen der Personen-Nahverkehr hinzu.

Und was ist mit der Prignitz, werden Becken und Tennison hier auch wieder aktiv? "Sind wir ja schon mit dem Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein und dem Schülerverkehr zwischen beiden Städten", zählt Becken auf. Aber natürlich sei mehr möglich. Denn bekanntlich übernimmt die Deutsche Bahn die Arriva AG. "Das Kartellamt machte aber zur Bedingung, dass das gesamte Deutschlandgeschäft ausgeschrieben, sprich an einen anderen Anbieter verkauft werden muss." Man müsse abwarten, was sich auf dem Markt tut. Außerdem werde 2011 der Prignitz-Express neu ausgeschrieben. "Wir müssen uns die Ausschreibungsbedingungen ansehen." Ein künftiger Einsatz auch auf Prignitzer Strecken ist also nicht ausgeschlossen. "Doch jetzt müssen wir die Strukturen für Dresden schaffen, das ist derzeit unser wichtigstes Thema", macht Becken deutlich.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen