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Der Prignitzer

20. September 2017 | 22:17 Uhr

Zum Helfen aufgetaucht

vom

svz.de von
erstellt am 14.Jun.2013 | 07:57 Uhr

Wittenberge | "Eine Patenschaft lebt nicht nur von den Besuchen zu schönen Anlässen wie Stadtfest oder Feuerwehrball. Auch das Zusammenstehen in der Not gehört dazu." Korvettenkapitän Stephan Pfeiffer, seit zwei Wochen Kommandant der Besatzung Alpha, die mit dem Wittenberger Paten-U-Boot U 31 in See sticht, bringt es auf den Punkt.

Mit 16 Seeleuten - der Hälfte der Besatzung - ist Pfeiffer nach Wittenberge abkommandiert, um hier eine Woche lang bei der Deichverteidigung zu helfen. "Als ich Mitte Mai das Kommando bei Besatzung Alpha übernommen habe, war auch ein Abordnung von Wittenberge in Eckernförde zu Gast. Da sich die Hochwasserlage zu diesem Zeitpunkt schon abgezeichnet hatte, haben wir auch darüber gesprochen, wie die Besatzung helfen kann, und nun ist die Stadt gerne darauf zurückgekommen."

Die Patenschaft Wittenberges zur Besatzung sei in diesem Fall hilfreich gewesen, einerseits in Bezug auf den Einsatzort, andererseits was das Verfahren und die Bereitstellung von Technik angeht, berichtet Pfeiffer. "Es war keine Frage, dass wir bei einer Notlage in unserer Patenstadt auch dort eingesetzt würden. Zudem erhielten wir von unserer Einheit die Möglichkeit, auch eigene Technik mitzunehmen und können mit den beiden Unimogs auch selber beim Transport von Sandsäcken im unwegsamen Gelände helfen. Ob all das ohne die Patenschaft, die ja über Jahre gewachsen ist und auch sehr gepflegt wird, möglich gewesen wäre, wage ich zu bezweifeln."

Wenngleich die meisten U-Bootfahrer aus der Anfangszeit der Patenschaft inzwischen in anderen Einheiten dienen, ist die Bindung nach wie vor stark. Bestes Beispiel dafür ist Sascha Frank, einst Oberleutnant in der Besatzung Alpha und jetzt als Kapitänleutnant und zweiter Wachoffizier zur Besatzung Charlie gewechselt. Er hat sich seiner ehemaligen Truppe angeschlossen, ist mit nach Wittenberge gekommen und packt genauso an.

"Bereits beim Hochwasser 2002 war ich hier in der Gegend eingesetzt. Die Abschlussübung der Grundausbildung wurde damals abgesagt, und ich bin mit 150 weiteren Offiziersanwärtern der Marine nach Boizenburg verlegt worden, um dort bei der Deichverteidigung zu helfen", erinnert er sich. Jetzt bin ich wieder mit dabei und hoffe, dass es gemeinsam gelingt, die Deiche zu sichern."

Frank kennt Wittenberge von mehreren Besuchen und beschreibt die Situation im Hochwassersperrgebiet als surreal und gespenstisch. "Wenn man die verrammelten Wohnungen und Geschäfte in der Altstadt sieht, da wird einem schon anders zumute." Dennoch mache der Einsatz auch Spaß. "Ob Soldaten, Feuerwehrleute, Polizisten oder zivile Helfer - hier arbeiten alle Hand in Hand. Solche Erlebnisse verbinden die Menschen."

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