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775 Jahre Perleberg : Zum Festgelage am Hofe im Ratssaal

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Edle Gesellschaft aus Stadt und Umland sowie aus fernem Kaarst und Szczawnica machen ihre Aufwartung zum Stadtgeburtstag.

Sie gaben sich am 26. Tage des 6. Monats im Jahre 2014, da der 775. Stadtgeburtstag von Perleberg gefeiert wird, die Ehre und luden ein zum Festschmaus: Bürgermeister Fred Fischer und Anna Hasse – prominente Bürgermeisterfrau im 17. Jahrhundert, die Stiefmutterpflichten für neun Kinder übernahm und selbst elf Kinder zur Welt brachte. Die Edlen der Stadt und Region wie auch aus befreundetem fernen Lande ließen sich nicht bitten. Zum Teil in hochherrschaftlichem Kostüm nahmen sie Platz an der mittelalterlichen hölzernen Tafel im Ratssaal. Hübsch ausstaffiert nicht nur Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann als Nonne. Landrat Hans Lange erschien als Junker Hans und auch Herta Richter, sie hatte eine Legislaturperiode den Vorsitz der Stadtverordnetenversammlung inne, hatte sich eine historische Robe übergeworfen. „Schließlich lädt sich der Burgvogt nicht seine Mägde und Knechte ein.“ Die anderen hingegen mussten sich den Spott des Hofnarren, alias Jürgen Schmidt, gefallen lassen, der sich entrüstet gab, dass gar die Weiblichkeit Zutritt zum Rathaus erhielt, wo doch einzig Männer das Sagen haben. Noch dazu tragen sie Hosen und eine ergriff gar das Wort. Silvia Klann, Verbandsvorsteherin der WTAZV, stimmte die Gesellschaft aber sogleich milde mit einem Geschenk – ein Bild des Kanalisationsnetzes von Perleberg um 1900.

Viele Gäste, darunter Bürgermeister der Städte und Gemeinden, überbrachten wortreich ihre Glückwünsche zum Fest bevor aufgetafelt und mit Händen gespeist wurde. Einzig ein spitzes Messer wurde als Esswerkzeug gereicht. Mittels großer Zwiebelschale wurde die Suppe gelöffelt, vorgekostet von einem in Ketten gelegten Tunichtgut. Und während der Stadtschreiber Riedel (Museumsleiter) immer wieder Geschichtliches zum Besten gab, eine mittelalterliche Gaukler-Band Famoses für Auge und Ohr zu Bier und Wasser kredenzte, ward der Geist des englischen Gesandten Benjamin Bathurst gesehen und Prof. Dr. Giesbert Ganz Edlen zu Putlitz, der Nachkomme des Stadtbegründers, berichtet von seiner Unterhaltung mit dem Ahnen.

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erstellt am 28.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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