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Irritationen unter den Blauröcken : Zukunft der Ortswehren offen

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Paukenschlag bei der Jahreshauptversammlung der Blauröcke aus Breese, Groß Breese und Kuhblank: Aus drei, sollen zwei Ortswehren entstehen.

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erstellt am 19.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Eigentlich war nach knapp zwei Stunden alles gesagt auf der Jahreshauptversammlung der Feuerwehren Breese, Groß Breese und Kuhblank am Freitagabend. Doch dann bestätigte Bürgermeister Werner Steiner auf eine Frage aus Reihen der Kameraden, dass er es für sinnvoll halte, aus drei, zwei Ortswehren zu machen. „Das ist aus finanzieller Sicht eine Überlegung, denn wir können nur eine Wehr richtig gut ausrüsten“, sagte Steiner und sorgte damit für Irritationen unter den Blauröcken. Der Bürgermeister favorisiert eine Struktur mit einer Stützpunktwehr, in dem Fall die in Breese, und einer weiteren. Ob Groß Breese oder Kuhblank künftig keine eigene Ortswehr mehr vorhalten werden, ließ Steiner offen.

Er wolle allerdings nicht derjenige sein, der die Schließung erzwingt. „Klar ist, wenn man zwei Wehren zusammenlegt, könnte man in ein gemeinsames, deutlich besseres Fahrzeug investieren.“ Dass das allemal nötig ist, bekräftigten die Wehrleiter aus Groß Breese und Kuhblank in ihren Jahresberichten. „Unser Fahrzeug ist 34 Jahre alt. Leider gab es Unstimmigkeiten mit dem Bürgermeister, wann wir ein neues oder zumindest gebrauchtes, neues erhalten“, erklärte Wehrleiter Fred Löther. Steiner stellte in Aussicht, dass sich im kommenden Jahr in dieser Hinsicht etwas tun würde, bekräftigte aber, dass das eine nicht unwesentliche Investition sei. „Das geht nicht so schnell und muss erst in der Gemeindevertretung diskutiert werden.“ Steiner betonte, dass grundsätzlich mehr Geld für die Wehren im Haushalt bereitgestellt sei, als in anderen Gemeinden. „Und das ist auch gut so“, so Werner Steiner.

Ein weiterer Kritikpunkt war die teils mangelnde Ausrüstung neuer Kameraden. „Es kann nicht sein, dass neue Kameraden gebrauchte Helme und Stiefel tragen müssen und teilweise keine Uniformen erhalten“, so der Kuhblanker Ortswehrführer Detlef Nüß. Torsten Blüthmann, stellvertretender Amtswehrführer, erklärte dazu, dass ein gebrauchter Helm für die ersten zwei Dienstjahre in Ordnung wäre. „Es ist grundsätzlich so, dass eine vollständige Bekleidung erst nach der abgeschlossenen Grundausbildung vorhanden sein muss“, sagte er mit Blick auf die Frage nach den Uniformen.


Platz gemacht für einen Jüngeren


Während der Jahreshauptversammlung wurde auch ein Führungswechsel offiziell vollzogen. Ingo Lobenstein (42) ist nun Wehrleiter in Breese und tritt damit die Nachfolge von Holger Kämmerer (57) an. „Ich war 17 Jahre Wehrführer. Nun ist es an der Zeit, einen Jüngeren vorzulassen. es hat nichts mit einer Krankheit zu tun“, so Kämmerer, der durchaus mit einem weinenden Auge zum letzten Mal den Jahresbericht seiner Ortswehr vorlas. In den vergangenen sieben Jahren war Lobenstein bereits sein Stellvertreter, „und Holger wird mich weiter beraten. Er ist ja nicht aus der Welt“, sagte der neue Chef. Lobenstein wurde behutsam an seine neue Aufgabe herangeführt, betonen beide. Die neuen Stellvertreter sind Denny Ilgeroth und Bastian Dierke.

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