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Wittenberger Frauenhaus : Zufluchtsort in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Wittenberger Frauenhaus nach Sanierung übergeben / Finanzierung durch alle Kommunen angestrebt

von
erstellt am 30.Mai.2014 | 12:25 Uhr

Helle, freundliche Räume mit genügend Platz für bis zu 15 schutzsuchende Frauen und Kinder – das Antlitz des Wittenberger Frauenhauses lässt heute kaum noch erahnen, wie es hier direkt nach der Flut im Vorjahr aussah. „Das Wasser stand anderhalb Meter hoch im Keller, alle Fußböden wölbten sich“, beschreibt Hausleiterin Sabine Schumacher den Zustand im Juni 2013.

Gestern wurde das Haus nach umfangreicher Sanierung wieder an den Verein Frauen für Frauen übergeben. Insgesamt 125 000 Euro verschlangen die Arbeiten, zu denen das Verfüllen des Kellers und die Sanierung der Fußböden ebenso gehörten wie die Neugestaltung der Räume. „76 000 Euro spendete der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, weiterhin gab es mehrere Spenden von Privatpersonen“, sagte Wittenberges Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Strutz, der sich seit Langem für das Haus einsetzt. Die Differenz habe die Wohnungbaugesellschaft WGE getragen und erhielt dabei Unterstützung von der Baumarktkette Hornbach, die das Material kostenfrei bereitstellte.

Eine Sorge konnte Strutz den Mitarbeiterinnen nehmen, denn die WGE wird dem Verein das Haus weiterhin mietfrei zur Nutzung überlassen. Die laufenden Kosten müssten dennoch künftig auf mehr Schultern verteilt werden, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Waltraud Neumann. „Bislang beteiligen sich Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk sowie die Gemeinde Karstädt und das Amt Bad Wilsnack/Weisen. Wir werben aber in der regionalen Arbeitsgemeinschaft der Bürgermeister darum, eine Finanzierung durch alle Ämter und Gemeinden über den Bevölkerungsschlüssel durchzusetzen“, erklärt sie und verweist darauf, dass das Wittenberger Frauenhaus das einzige im Landkreis sei und überregional genutzt werde. Wolfgang Strutz geht sogar noch einen Schritt weiter. „Ich will mich dafür einsetzen, dass Frauenhäuser genau wie die Obdachlosenunterkünfte Pflichtaufgaben werden. Dann wird auch die Finanzierung einfacher.“

Allein seit 2012 haben in dem Haus mehr als 600 Frauen Zuflucht und Schutz vor häuslicher Gewalt gesucht.

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